{"id":547,"date":"2011-07-27T18:09:35","date_gmt":"2011-07-27T18:09:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/?page_id=547"},"modified":"2016-01-17T16:22:22","modified_gmt":"2016-01-17T15:22:22","slug":"gbsgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/dieschule\/gbsgeschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte der GBS"},"content":{"rendered":"<p>Die Gutenbergschule \u2013 Teil eines k\u00fcnftigen Weltkulturerbes Wiesbaden?<\/p>\n<p>Baugeschichte der Gutenbergschule<\/p>\n<p>Architekt war <strong>Felix Genzmer<\/strong>, der auch die Bl\u00fccher- und Leibnitzschule gebaut hat; er ist ein bekannter Architekt des Sp\u00e4thistorismus<\/p>\n<p>Erste Planungen 1899, Baujahre 1901-1905<\/p>\n<p>Die Schule im S\u00fcden der Stadt wurde durch die <strong>Bev\u00f6lkerungsentwicklung<\/strong> n\u00f6tig und sollte f\u00fcr das geplante neue Dichterviertel erstellt werden (erst die Schule, dann kam die Wohnbebauung)<\/p>\n<p>die Gutenbergschule wurde als <strong>doppelte Volksschule<\/strong> (aufgeteilt in M\u00e4dchen- und Jungenschule) gebaut, nicht als Gymnasium<\/p>\n<p>die Schule war <strong>die gr\u00f6\u00dfte<\/strong> der Wiesbadener Schulen<\/p>\n<p>der <strong>n\u00f6rdliche Geb\u00e4udeteil<\/strong> wurde <strong>bereits fr\u00fcher<\/strong> fertiggestellt (Einweihung am 21. April 1903 durch den Rabbiner Dr. Silberstein), aufgrund der steigenden Sch\u00fclerzahl kam der s\u00fcdliche Teil f\u00fcr die M\u00e4dchen rasch hinzu<\/p>\n<p>Nur zehn Jahre lang diente die Schule als Volksschule, dann wurde sie zur <strong>Kaserne<\/strong> umfunktioniert und diente bis 1918 als <strong>Lazarett<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem ersten Weltkrieg erst von franz\u00f6sischen, dann von englischen <strong> Besatzungsbeh\u00f6rden<\/strong> als Truppensitz einer <strong>Kraftfahrzeugeinheit<\/strong> genutzt, die zahlreiche Garagen und Reperaturwerkst\u00e4tten auf dem Gel\u00e4nde unterhielt<\/p>\n<p>Nach der R\u00fcckgabe 1930 (Abzug der Besatzung) konnte die <strong>Schule nicht mehr genutzt werden<\/strong>, die Stadt schenkte den \u201eruin\u00f6sen Bau&#8220; dem Preu\u00dfischen Staat, der das einstige Prachtgeb\u00e4ude leer stehen lie\u00df<\/p>\n<p>Nach Hitlers \u201eMachtergreifung&#8220; wurde in Wiesbaden ein gro\u00dfes <strong> Bauprogramm<\/strong> gestartet. 250.000 Reichsmark wurden f\u00fcr die <strong>Sanierung<\/strong> der Gutenbergschule bereitgestellt<\/p>\n<p>Seit Schuljahresbeginn 1934 Unterbringung von <strong>staatlichem und Realgymnasium<\/strong> in den R\u00e4umen der Gutenbergschule, die sich \u00fcber die Unterbringung nicht sonderlich freuten<\/p>\n<p>Nach drei Bombentreffern am 2. Februar <strong>1945 schwer besch\u00e4digt<\/strong>, sodass die einzige staatliche Schule in Wiesbaden nicht mehr benutzbar war<\/p>\n<p>Ostern <strong>1946<\/strong> Zusammenlegung des Realgymnasiums und des staatlichen humanitsischen Gymnasiums im Nordfl\u00fcgel; <strong>Beginn des Schulbetriebs<\/strong> ab Klasse 5<\/p>\n<p>Bis <strong>1949 Wiederaufbau<\/strong> des n\u00f6rdlichen Fl\u00fcgels (heute Hausmeisterwohnung)<\/p>\n<p>1955 <strong>Auszug<\/strong> des humanistischen Gymnasiums (<strong>Diltheyschule<\/strong>) in die Alexandrastra\u00dfe<\/p>\n<p>1966-1969 <strong>Einrichtung von Sportst\u00e4tten<\/strong> (Aschebahn, Sprunggrube etc.) auf dem Schulgel\u00e4nde<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfe der Schule und ihre R\u00e4ume<\/p>\n<p><strong>Hufeisenform<\/strong> mit Risaliten und Vor- und R\u00fcckspr\u00fcngen in der Fassade<\/p>\n<p><strong>Gesamtl\u00e4nge<\/strong> 88 m; Tiefe des Hauptfl\u00fcgel 22m<\/p>\n<p>Auf der vom Schulhof abgewandten Seite befanden sich fr\u00fcher alle Unterrichtsr\u00e4ume, nach innen Garderoben und sanit\u00e4re Anlagen<\/p>\n<p>Im <strong>Kellergeschoss<\/strong> befanden sich zwei Heizkesselanlagen (f\u00fcr jeden Geb\u00e4udeteil eine), ein Sch\u00fclerbad (Duschen), Fr\u00fchst\u00fccksr\u00e4ume, Kohlelager und ein Weinkeller.<\/p>\n<p><strong>Erdgeschoss<\/strong> je 6 Unterrichtsr\u00e4ume, sowie eine Volksbibliothek, ein Abort, Pedellzimmer sowie die Turnhalle (in der heutigen Aula)<\/p>\n<p>Im ersten sowie zweiten <strong>Obergeschoss<\/strong> je 5 Klassenr\u00e4ume. Im ersten je ein Rektoren-, Bibliotheks- und Konferenzzimmer, Lehrmittelr\u00e4ume und ein Turnsaal der M\u00e4dchenvolksschule (heute Lehrerzimmer)<\/p>\n<p>Im weiten Obergeschoss ein <strong>Zeichensaal<\/strong> f\u00fcr die Jungen im n\u00f6rdlichen Geb\u00e4udeteil; ein <strong>Handarbeitssaal<\/strong> f\u00fcr die M\u00e4dchen im s\u00fcdlichen Geb\u00e4udeteil<\/p>\n<p>Im <strong>Dachgeschoss<\/strong> waren gro\u00dfe 5-Zimmerwohungen f\u00fcr den Hausmeister und den Heizer gelegen (z.B. 416\/417), der \u00fcbrige Teil bildete den Speicherraum<\/p>\n<p>Beide <strong>Turns\u00e4le<\/strong> hatten ebenfalls die Funktion als Aula inne<\/p>\n<p>Das \u00c4u\u00dfere<\/p>\n<p>Die Hufeisenform erinnert an <strong>barocke Schlossbauten<\/strong>, fensterreiche Fassaden sind im <strong>neugotischen Stil<\/strong> (Spitzb\u00f6gen, Fischblasenform, Wimperge) gehalten, enthalten aber auch orientalisch anmutende Elemente, die auf den kommenden Jugendstil hindeuten (Zwiebelform)<\/p>\n<p>Rote Blendziegel und wei\u00dfe Putzfl\u00e4chen, gr\u00fcnglasierte Ziegel unterhalb der Fenster<\/p>\n<p>Staffelgiebelt\u00fcrme, Risalite verleihen gef\u00e4lliges Aussehen<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Garamond; font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Garamond;\"><strong>Spitzbogige Fenster<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Garamond; font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Garamond;\"><strong>T\u00fcrme sind polygonal<\/strong><\/span><\/span> gestaltet (Kuppel- bzw. trichterf\u00f6rmige Dachformen mit Zwiebelartigen Aufs\u00e4tzen)<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Garamond; font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Garamond;\"><strong>Wetterfahnen<\/strong><\/span><\/span> bildeten Spitzen der Turmd\u00e4cher<\/p>\n<p>Es gibt zwei <strong>Schuluhren<\/strong> auf den beiden Haupttreppenh\u00e4usern<\/p>\n<p>Das Innere<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich innen mit <strong>malerischem Schmuck<\/strong> versehen (neugotisch)<\/p>\n<p>Die Schule sollte wie eine <strong>\u201eKathetrale der Bildung&#8220;<\/strong> wirken<\/p>\n<p>Der Korridor und die Kleiderablagen im ersten und zweiten Obergeschoss erhalten zielgemauerte <span style=\"font-family: Garamond; font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Garamond;\"><strong>Kreuzgew\u00f6lbe, Spitzbogenarkaden, und Freis\u00e4ulen<\/strong>.<\/span><\/span><\/p>\n<p>Decken und Fundamente waren aus <strong>Beton<\/strong> hergestellt (modern und stabil)<\/p>\n<p>Die <strong>Turnhalle<\/strong> (Aula) hatte eine Holzbalkendecke<\/p>\n<p>Die <strong>Treppenstufen<\/strong> im Schulhaus waren bis zum zweiten Stock aus Granit, dar\u00fcber aus Eisen<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Garamond; font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Garamond;\"><strong>Fu\u00dfb\u00f6den<\/strong><\/span><\/span>: Kellerr\u00e4ume hatten Zementb\u00f6den, Treppenpodeste Terrazzofu\u00dfb\u00f6den, alle \u00fcbrigen R\u00e4ume Steinholzfu\u00dfb\u00f6den<\/p>\n<p>Die Gutenbergschule als wichtiges Baudenkmal<\/p>\n<p>Gutenbergschule war der gr\u00f6\u00dfte Schulbau von Felix Genzmer<\/p>\n<p>Verarbeitete bei der Architektur der Gutenbergschule Elemente der<strong> Gotik<\/strong>, der <strong>Renaissance<\/strong>, des <strong>Barocks<\/strong> sowie Ankl\u00e4nge des<strong> Jugendstils<\/strong>. Das \u00c4u\u00dfere vermittelt bereits ein kunstgeschichtliches Bildungsprogramm (\u201egro\u00dfe deutsche Vergangenheit&#8220;, Bildungsrevolution des 19. Jahrhunderts)<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend ist festzuhalten, dass die Gutenbergschule nicht nur architekturgeschichtliche sondern auch st\u00e4dtebauliche Bedeutung erlangte. Sie ist ein wichtiger Teil des einzigartigen Ensembles der Architektur des Historismus in Wiesbaden und somit Teil eines k\u00fcnftigen \u201eWeltkulturerbe Wiesbaden&#8220;<\/p>\n<p>FOTOS:<a href=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_mosbacherstr_2.jpg\" rel=\"attachment wp-att-9897\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9897\" src=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_mosbacherstr_2-300x171.jpg\" alt=\"aufriss_mosbacherstr_2\" width=\"300\" height=\"171\" srcset=\"https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_mosbacherstr_2-300x171.jpg 300w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_mosbacherstr_2-768x437.jpg 768w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_mosbacherstr_2.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nAufriss Mosbacherstra\u00dfe<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_schulhofnordseite.jpg\" rel=\"attachment wp-att-9898\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9898\" src=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_schulhofnordseite-300x212.jpg\" alt=\"aufriss_schulhofnordseite\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_schulhofnordseite-300x212.jpg 300w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_schulhofnordseite-768x542.jpg 768w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/aufriss_schulhofnordseite.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nAufriss Schulhof \/ Nordseite<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/lageplan_1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-9900\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9900\" src=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/lageplan_1-300x216.jpg\" alt=\"lageplan_1\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/lageplan_1-300x216.jpg 300w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/lageplan_1-768x554.jpg 768w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/lageplan_1.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nLageplan 1921<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt12a.jpg\" rel=\"attachment wp-att-9901\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9901\" src=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt12a-225x300.jpg\" alt=\"blatt12a\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt12a-225x300.jpg 225w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt12a.jpg 601w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt13.jpg\" rel=\"attachment wp-att-9902\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9902\" src=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt13-226x300.jpg\" alt=\"blatt13\" width=\"226\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt13-226x300.jpg 226w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt13.jpg 602w\" sizes=\"(max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt2a.jpg\" rel=\"attachment wp-att-9903\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9903\" src=\"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt2a-300x224.jpg\" alt=\"blatt2a\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt2a-300x224.jpg 300w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt2a-768x572.jpg 768w, https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/blatt2a.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mitglieder der Projekt-AG \u201eWeltkulturerbe Wiesbaden und die Gutenbergschule&#8220;:<\/p>\n<p>Matthias <strong>Borrmann<\/strong> (12\/4) Marius <strong>Conradi<\/strong> (11d), Hanna <strong> Etteldorf<\/strong> (10a), Mario <strong>Kumpert<\/strong> (10e), Dr. Nike <strong>Mei\u00dfner<\/strong> (Lehrerin), Jana <strong>Reitz<\/strong> (12\/5), Caroline <strong>Stempel<\/strong> (10a), Holger <strong> Stunz<\/strong> (Lehrer), Methap <strong>\u00dcnal<\/strong> (12\/6), Alice <strong>Wanninger<\/strong> (12\/2)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gutenbergschule \u2013 Teil eines k\u00fcnftigen Weltkulturerbes Wiesbaden? 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