{"id":17852,"date":"2020-11-01T09:45:34","date_gmt":"2020-11-01T08:45:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gutenberg-gym.de\/?p=17852"},"modified":"2020-11-01T09:47:43","modified_gmt":"2020-11-01T08:47:43","slug":"zwischen-frankreich-und-madagaskar-lesung-mit-nirina-ralantoaritsimba","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gutenberg-alt.wiesan.de\/hp\/2020\/11\/zwischen-frankreich-und-madagaskar-lesung-mit-nirina-ralantoaritsimba\/","title":{"rendered":"Zwischen Frankreich und Madagaskar \u2013 Lesung mit Nirina Ralantoaritsimba"},"content":{"rendered":"<p>Wer von euch kennt eine Nirina? \u2013 Niemand meldet sich.<\/p>\n<p>Wer von euch w\u00e4chst bikulturell ausf? \u2013 Viele Finger heben sich.<\/p>\n<p>Mit diesen zu Beginn der Lesung gestellten Fragen an die zwei Franz\u00f6sisch-Leistungskurse der Q1 (Gulden\/Kugler) umrei\u00dft die 1976 in Frankreich geborene Autorin Nirina Ralantoaritsimba die Kernthematik der Doppelstunde am 28.10. in der Aula: Ihre nicht nur franz\u00f6sischen, sondern auch madagassischen Wurzeln und deren Bedeutung f\u00fcr ihre Biographie und ihr aktuelles\u00a0 Romanprojekt.<\/p>\n<p>Nirina bedeutet in der Sprache Madagaskars so viel wie \u201eD\u00e9sir\u00e9e\u201c, also &#8222;die Erw\u00fcnschte\u201c. Allerdings, erw\u00fcnscht war sie zumindest f\u00fcr die madagassische Familie gar nicht, denn diese lehnte die Verbindung ihres f\u00fcr Schule und Studium nach Frankreich gekommenen Vaters mit einer Franz\u00f6sin ab. Zu schmerzhaft waren die Erfahrungen aus der Zeit der franz\u00f6sischen Kolonialherrschaft und der Entkolonialisierung. So kommt es, dass sie erst als junge Erwachsene das Land ihres Vaters zum ersten Mal besucht und immer noch dabei ist, es besser kennen zu lernen.<\/p>\n<p>Aus dieser pers\u00f6nlichen Geschichte ist ihr Romanprojekt erwachsen, an dem sie auch die letzten zwei Monate als Gewinnerin des Hessischen Literaturstipendiums Nouvelle-Aquitaine 2020 in der Villa Clementine gearbeitet hat: fiktive Briefe an den verstorbenen madagassischen Gro\u00dfvater. Es geht ihr dabei haupts\u00e4chlich (auch ganz allgemein) um das Thema der Vers\u00f6hnung und des Verst\u00e4ndnisses zwischen den Kulturen.<\/p>\n<p>Nirina Ralantoaritsimba fesselte alle Anwesenden mit dem lebhaften Bericht ihrer Familiengeschichte und ihrem engagierten Pl\u00e4doyer f\u00fcr Toleranz. Sie ging ausf\u00fchrlich auf Fragen ein und interessierte sich dabei f\u00fcr die Meinung der Sch\u00fcler*innen. Nicht zuletzt gew\u00e4hrte sie einen Einblick in die Arbeitsweise einer Autorin: sie stellte die f\u00fcr sie wichtigen Lekt\u00fcren (Werke zur Geschichte Madagaskars) und ihre eigenen Reisetageb\u00fccher als Inspirationsquellen vor. Die Lekt\u00fcre von Ausz\u00fcgen ihres noch in Arbeit befindlichen Romans rundete die bereichernde Begegnung mit ihr ab.<\/p>\n<p>Der Dank f\u00fcr diese etwas andere Franz\u00f6sischstunde geht an die Autorin wie auch an Frau Rittner vom Hessischen Literaturrat sowie Frau Termer f\u00fcr die Organisation der Lesung.<\/p>\n<p>Michaela Kugler<\/p>\n<p>Titelbild: Copyright Dina Cassim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer von euch kennt eine Nirina? \u2013 Niemand meldet sich. Wer von euch w\u00e4chst bikulturell ausf? \u2013 Viele Finger heben sich. 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