Exkursion nach Bonn ins Haus der deutschen Geschichte

Seine letzte gemeinsame Fahrt unternahm der diesjährige Abiturjahrgang am 29. Januar in dasHaus der deutschen Geschichte in Bonn, eine Dauerausstellung, die deutsche Geschichte seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges greifbar machen soll. 

 

Pünktlich und ausgeschlafen versammelten sich die SchülerInnen um 11 Uhr morgens an der Gutenbergschule. Trotz eines skurrilen Busunfalls schon nach drei Minuten (gleich zwei Kollisionen im Schritttempo) und der daraus folgenden Verspätung von einer Stunde hatten die Schülerinnen und Schüler noch genügend Zeit, sich auf eigene Faust die Sonderausstellung „Very British- Ein deutscher Blick“ anzuschauen, in der es vor allem um den Brexit geht. 

 

Ausgestattet mit Kopfhörern konnten die AbiturientInnen in spe anschließend die Führungen durch das Haus der deutschen Geschichte antreten. Die Ausstellung behandelt vor allem die Nachkriegszeit und die Geschichte der deutschen Teilungbeides aktuelle Themen der Q3. Besonders beeindruckend waren die filmischen Zeitzeugnisse, etwa die Bilder flüchtender DDR-Bürger an der innerdeutschen Grenze. Hautnah erleben konnte man einen Grenzübertritt in der originalgetreu nachgebauten Grenzstation. 

Auch Originalrequisiten aus der Geschichte der Bundesrepublik faszinierten die SchülerInnen: So gab es die Latzhose eines Grünen-Abgeordneten aus dem Jahr 1980 zu sehen. 

 

Nach neun anstrengenden, aber auch spannenden Stunden endete die Rückreise – diesmal unfallfrei – am Wiesbadener Hauptbahnhof. 

 

von Carla und Maira, Q4

Jeder Name zählt ! Projekt zum Holocaustgedenktag

Am 27.01.2020, dem Gedenktag für die Opfer des Holocausts, nahm der Geschichtskurs  Q1 g7 an einem Projekt der Arolsen Archives teil.

Anlässlich des 75jährigen Jahrestages der Befreiung von Auschwitz waren Schüler und Schülerinnen aus ganz Hessen zur Teilnahme an einem Crowdsourcing-Projekt aufgerufen worden. Ziel ist es, bisher noch nicht im Online-Archiv erfasste Daten von Opfern des Nationalsozialismus zugänglich zu machen. Viele tausende Seiten von Transportlisten sind bislang nicht digitalisiert worden. Jedes Jahr erreichen das Archiv circa 20.000 Anfragen. Darunter sind auch solche von Angehörige, die etwas über ihre Familienmitglieder in Erfahrung bringen möchten. Diese Informationen sind auch so viele Jahre nach dem Krieg für die Familien der Opfer enorm wichtig und dienen dazu die Erinnerung wachzuhalten.

Die Arolsen Archives zählen zum UNESCO Weltdokumentenerbe und wurden 1948 als International Tracing Service (ITS) gegründet mit dem Ziel das Schicksal von Vermissten und Verschleppten zu klären. Dazu wurden im Laufe der Zeit über 30 Millionen Akten ausgewertet. Bis heute wurden bereits 85 – 90 % der Bestände gescannt.

Zur Digitalisierung dieser Bestände einen Beitrag geleistet zu haben, war für die Schüler/innen des Geschichtsgrundkurses ein wichtiges Anliegen und eine bereichernde Erfahrung. Vier Schulstunden lang arbeiteten sie sich durch zum Teil handgeschriebene Transportlisten, Meldekarten, mussten Abkürzungen entschlüsseln und erfuhren, wie auch Menschen aus ihrer unmittelbaren Nähe, aus Wiesbaden, zu Opfern des NS-Regimes wurden.

„Besonders schockierend waren für mich die Listen aus Wiesbaden. Auf einer Liste war eine mir sehr bekannte Adresse darauf, da ein guter Freund von mir dort wohnt. In diesem Moment war mir bewusst, wie sehr wir alle eigentlich mit dem Thema konfrontiert sind und auch dort, wo wir wohnen womöglich einmal jüdische Familien gelebt haben könnten.“ Sophie

„Durch die Wiesbadener Dokumente stellt man einen Bezug zu sich und den geschichtlichen Ereignissen her. Dadurch kann man sich das Ganze viel besser vorstellen.“ Leony

„Diese vielen Namen individueller Menschen lassen einen realisieren, wie viele Leben zerstört wurden. Selbst wenn ein ganzer Kurs den ganzen Tag damit verbringt hunderte Listen und Dokumente durchzuarbeiten, haben wir nicht mal annähernd alle [heute zur Verfügung gestellten] Dokumente und Listen gesehen.“

 

Weitere Informationen zur Arbeit des Archives und zum Projekt unter: https://arolsen-archives.org/

Emma Fuhr gewinnt Schreibwettbewerb

Von März bis Mai nahm die Klasse 9a an dem Projekt Schüler lesen Zeitung teil. Dabei stand unter anderem die Beschäftigung mit den verschiedenen journalistischen Textsorten auf dem Stundenplan. Dieses Wissen wurde dann auch praktisch umgesetzt und jeder / jede konnte sich ein selbst gewähltes Thema aussuchen, mit dem er / sie sich näher beschäftigen wollte. Dabei entstanden spannende Texte, die sich z.B. mit Mädchen-Fußball, Erfahrungen während des Schüleraustauschs oder dem ehemaligen Hotel Rose, in dem heute die Staatskanzlei untergebracht ist, beschäftigen. Emma wählte für ihren Artikel „Bürgermeinungen zur CityBahn“ ein sehr kontrovers diskutiertes Thema. Die verdiente Belohnung für ihre Mühen bestand aus dem Preis für den besten Artikel, der innerhalb eines Jahres im Rahmen des Projekts, das zweimal jährlich für jeweils 8 Wochen durchgeführt wird, geschrieben wurde.

 

Ein ausführlicher Artikel findet sich im Wiesbadener Kurier unter:

Tagesfahrt nach Heidelberg gewonnen

Heidelberger Schloss

Vier Schüler der Klasse 9a, Linus Fischer, Niklas Sassin, Johannes Schorling und Adrian Trapp haben in diesem Jahr am größten hessischen Schülerwettbewerb, den die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und der Landtag gemeinsam ausrichten, teilgenommen und einen 2. Preis gewonnen. Das Thema des Wettbewerbs lautete „1848-2018 Einigkeit · Recht · Freiheit“. In ihrem Beitrag setzten sie sich mit den Ursachen der Revolution von 1848 auseinander und entwickelten dazu ein Brettspiel, das den bezeichnenden Titel „Das Pulverfass“ trägt. Bereits am 30.04. waren alle Gewinner zu einem Empfang im Landtag eingeladen worden, um die entstandenen Ergebnisse zu präsentieren und die Erfolge der Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen gebührend zu würdigen.

Im Innenhof der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte

Der Gewinn der Gutenbergschüler war eine Tagesfahrt nach Heidelberg. Anstatt zum Unterricht fuhren sie am 15.05. zusammen mit Schüler/innen aus drei anderen Schulen in die Stadt am Neckar. Der erste Programmpunkt war ein Besuch der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, die an den ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik erinnert. Nach dem Mittagessen stand bei strahlendem Sonnenschein noch ein Rundgang durch die Heidelberger Altstadt auf der Tagesordnung, bevor die Heimreise angetreten wurde. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der Ausflug eine tolle Erfahrung, bei der man interessante Einblicke in die Geschichte der ersten deutschen Demokratie erhalten konnte.

Informationen zur Preisverleihung und zum Schülerwettbewerb:

https://hessischer-landtag.de/termine/preisverleihung-zum-schülerwettbewerb-20182019

Ausflug der 8a zu den Bad Vilbeler Burgfestspielen

Am 7. Mai besuchte die Klasse 8a die Burgfestspiele, um sich eine Inszenierung des zuvor im Unterricht gelesenen „Tagebuchs der Anne Frank“ anzuschauen. Die Bühnenfassung stammt von Ulrich Cyran. Anne Frank wurde von Marlene-Sophie Haagen gespielt und die musikalische Begleitung übernahm Vassily Dück.

Besonders beeindruckend war, wie in dem Ein-Personen-Stück die Verkörperung der einerseits stillen und nachdenklichen und andererseits lebhaften und fröhlichen Anne gelang. Auch alle anderen Bewohner des Hinterhauses wurden von Marlene-Sophie Haagen dargestellt. Die Atmosphäre ihres Versteckes auf dem Dachboden eines Amsterdamer Hauses kam in der an einen Keller erinnernden Bühnendekoration zum Ausdruck. Annes Stimmung wurde in den Liedern, die die Handlung immer wieder unterbrachen, gespiegelt. Eingespielte Radioansagen handelten von den vielen Gesetzen, die das Leben der jüdischen Bevölkerung immer mehr einschränkten. Sehr deutlich wurde so, wie ein talentiertes und eigentlich lebenslustiges junges Mädchen durch die Verfolgung um seine Zukunft gebracht wurde.

Foto und  Zeichnung von Layma, Klasse 8a

Burg Bad Vilbel

Essaywettbewerb des Rotary Clubs Wiesbaden: Florentina John gehört zu den Gewinner/innen!

In Wiesbaden waren Schüler und Schülerinnen des aktuellen Jahrgangs der Q1/2 der Elly-Heuss-Schule, der Leibnizschule und der Gutenbergschule bis zum 1. März dieses Jahres dazu aufgerufen sich in einem frei gestalteten Essay mit dem Erbe des 1. Weltkrieges auseinanderzusetzen. Die Fragestellung lautete: „Wer denkt heute noch daran? Was hat unsere Generation nach 100 Jahren mit dem Erbe des Weltkrieges zu tun?“

Florentina John aus dem LK-Geschichte beschäftigte sich in ihrem Aufsatz unter anderem mit der unterschiedlichen Erinnerungskultur in Frankreich und Deutschland. Dabei ging sie darauf ein, dass in Frankreich schon durch die Existenz der vielen Soldatenfriedhöfe der Krieg viel präsenter sei als in Deutschland und es eine lebendigere Tradition des Gedenkens gebe, weshalb sie am Schluss ihrer Betrachtungen das folgende Fazit zieht: „Wer weiß- vielleicht gerade weil beide Länder gezeichnet sind von der Katastrophe vor hundert Jahren. Weil man in beiden Ländern auf den Ausdruck „Schlacht von Verdun“ mit Entsetzen zurückblickt und sich einig ist: So etwas darf nie wieder passieren. Vielleicht haben wir deshalb so ein gutes Verhältnis zu unseren Nachbarn- zumindest sollten wir uns an ihnen ein Beispiel nehmen, wenn es um die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg geht.“

Wettbewerb des Landtags und der HLZ: 7 Schüler/innen aus der 8a erhalten einen 2. Preis

Auch in diesem Jahr nahmen wieder Schüler und Schülerinnen der GBS am Wettbewerb der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und des Landtags teil. Sie bearbeiteten Fragen zum Thema Hessen – Das Land und seine Verfassung. In ihren Gruppenarbeiten beschäftigten sich die SchülerInnen unter anderem mit den Aufgaben der Landesregierung, dem kulturellen Angebot der Stadt Frankfurt, den Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt und der Biographie der Gebrüder Grimm. Insgesamt waren 11 Fragen zu beantworten. Nach Recherchen im Rahmen des Deutschunterrichts, einer Einführung in die korrekte Zitierweise und dem Anlegen eines Quellenverzeichnisses entstanden umfangreiche Präsentationen. Zwei von ihnen wurden jeweils mit einem zweiten Preis prämiert. Am 19. April wird dieser 7 SchülerInnen (Carina Teuber, Alina Gille, Kara Streck, Daria Göbel, Johannes Schorling, Adrian Trapp und Niklas Sassin) aus der Klasse 8a vom Präsidenten des Landtags, Norbert Kartmann, überreicht.

Der Schülerwettbewerb findet jedes Jahr statt und widmet sich immer einem anderen interessanten Thema aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Kultur.

Eine Reise in die Zeit der Römer

Am 7.12.2017 fuhr die Klasse 7B der Gutenbergschule nach Mainz, um dort mit einem Gästeführer eine Rallye durch Mainz zu machen und die Spuren der Römerzeiten zu entdecken und zu erkunden.
Am frühen Vormittag traf sich die Klasse 7B am Wiesbadener Hauptbahnhof und fuhr mit dem Zug nach Mainz. Am Mainzer Bahnhof Römisches Theater wurden die Kinder gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frau Thorn schon von David Oster vom Verein Geographie für alle erwartet.

1.Station: ,,Römisches Kino“
Gemeinsam gingen alle ein paar Treppen hoch zu einem Aussichtspunkt, wo man Ruinen eines klassischen römischen Theaters sehen konnte. David Oster erzählte, dass in diesem Theater zu Zeiten der Römer Vorführungen zu Ehren von Drusus, dem Gründer von Mainz, stattfanden. Man brauchte einen Ort, um ihm zu huldigen. Dafür wurde das „römische Kino‘‘, in das ca. 10 000 Menschen passten, erbaut. Die Schüler und Schülerinnen sollten schätzen, wie viele Menschen in das Theater passten. Doch niemand dachte, dass es so viele waren.

1.Aufgabe: Die Klasse 7B begann nun mit der Rallye und machte sich an die erste Aufgabe. Die Schüler sollten sich in vier Gruppen aufteilen, die vier Legionen darstellen sollten und in der jeweils 7 Kinder waren. Zu Zeiten der Römer waren in einer Legion aber ca. 6000 Männer. Jede Gruppe bekam ein Holzschwert und einem aus der Gruppe wurde von David Oster ein Beruf gesagt, der pantomimisch dargestellt werden und von der Gruppe erraten werden sollte. Wenn der Beruf richtig erraten wurde, bekam die Gruppe einen kleinen Stein als Sold. Wer am Ende der Rallye den meisten Sold hatte, gewann diese. Also gab es einen Schatzmeister für den Sold und einen Schwertträger. Es mussten Berufe, wie Fischverkäufer, Kaiser, Schmied und Lehrer erraten werden. Größtenteils war es nicht sehr schwer diese Berufe herauszufinden.

2.Station: So wuschen sich die Römer
Die nächste Station führte hoch zu einer Wiese, auf der zu Römerzeiten Thermen und Bäder waren, wo sich die Römer wuschen. Dorthin transportieren die Römer mithilfe von einem sehr langen Aquaedukt das Wasser. Die Römer badeten gemeinsam und schlossen dabei sogar Verträge ab. Die Reste des  Öls, das sie vorher aufgetragen hatten, wuschen sich die Römer im sogenannten Frigidarium mit kaltem Wasser ab.
2.Aufgabe: Nun spielte die 7B ein altes römisches Spiel. Dafür verteilte David Oster Nüsse und Kastanien und zeichnete mit einem Stock ein Dreieck auf den Boden und eine Linie, etwa 2 Meter davon entfernt. Man sollte sich hinter die Linie stellen und auf das Dreieck zielen. Dieses war in drei Bereiche aufgeteilt. Je genauer man traf, desto besser. Jeder durfte einmal werfen. Die Gruppen bekamen anschließend ihren Sold, je nachdem wie sie die Aufgabe gemeistert hatten.

 

3.Station: Der ,,Kästrich‘‘
Zunächst ging die 7B zu einem Legionärslager, dem sogenannten ,,Kästrich‘‘. Der Ort des Kästrichs war ein sehr guter Aussichtspunkt, was praktisch für die Legionäre war, da sie die Feinde schon von weitem gut sehen konnten. Man konnte über einen großen Teil von Mainz schauen.
3.Aufgabe: Auf dem Kästrich machte die 7B außerdem einen Staffellauf, der Gewinner bekam wieder seinen Sold.

4.Station: Römische Stadtmauer
Als Nächstes lief die siebte Klasse zu einer dicken, alten Steinmauer, die der Teil eines alten römischen Stadttors war. Dort wurde die 4. Aufgabe gemeistert. Es sollte ein ,,etwas anderer‘‘ Stein gefunden werden. Dieser wurde auch gefunden. In den Stein der Mauer war ein Lorbeerkranz geritzt. Das Besondere an diesem Lorbeerkranz war jedoch, dass er falschherum eingesetzt war. Dies lag daran, dass die Römer selbst gar nicht die Stadtmauer erbaut hatten, also nicht Legionäre, sondern die normalen Bürger. Den Bürgern war es nämlich egal gewesen, wie herum der Lorbeerkranz zu sehen war. Die Römer waren zuvor aus Mainz weggezogen. Da immer mehr Germanen kamen, dachten sich die Römer, dass sie lieber alles selbst zerstören, bevor ihre Feinde es tun würden. Also zerstörten die Römer alles und somit auch ihre Stadtmauer. Später bauten die Germanen eine neue.

5.Station: Römische Villa
Zuletzt ging die Klasse zur Ruine einer alten römischen Villa. In dieser Villa wurde der Boden höher gebaut, um dort mit Feuer eine Bodenheizung zu betreiben. Es wird vermutet, dass in der Villa ein reicher Römer gelebt hat, da sich nicht jeder eine Bodenheizung leisten konnte und es eine Villa war.
Am Ende gewann eine Mädchengruppe die Rallye, da sie 11 Steinchen und somit den meisten Sold erarbeitet hatte. Der Gewinner bekam allerdings keinen Preis und die Steine und die Schwerter wurden wieder abgegeben.

Das Schöne an der Führung bzw. Rallye war meiner Meinung nach, dass es keine gewöhnliche Führung war, sondern man auch an der Führung teil haben konnte, wir eine Rallye gemacht haben und man an der frischen Luft etwas gelernt hat. So konnte man sich besser konzentrieren und besser zuhören, auch wenn es etwas kalt war.

Maja, 7b

Q3-Kurse der GBS besuchen die Gedenkstätte Hadamar

 

Am Donnerstag, den 28.09.2017 besuchten die beiden Geschichtsgrundkurse von Herrn Pielert und Frau Thorn die NS-Euthansie Gedenkstätte in Hadamar bei Limburg.

Hadamar war im 3. Reich eine von sechs sogenannten Tötungsanstalten, in der von 1941 bis 1945 circa 15.000 Menschen ermordet wurden. Unter den Opfern waren behinderte Menschen, jüdische Kinder und Zwangsarbeiter.

Busgarage der ehemaligen Euthanasie-Anstalt

Folgende Eindrücke haben die Schülerinnen und Schüler über ihren Besuch in Hadamar festgehalten:

„Generell fand ich die ganze Gedenkstätte so beeindruckend wie wenige davor. Denn über den Holocaust weiß mehr oder weniger jeder etwas, aber über Euthanasie-Anstalten ist dann doch nicht so viel bekannt. Besonders erschreckend daran ist, dass so etwas Grausames mitten in der Gesellschaft passieren konnte und die Täter fast ohne Strafe davonkamen. (…)“

Emilia

„Ich war sehr beeindruckt von der Hadamar-Exkursion heute. Zwar wusste ich schon einiges über die Euthanasie aus dem Unterricht, mit eigenen Augen aber die Gedenkstätte sehen zu können, war aber eine besondere Erfahrung. (…)“

Helena

„Die Führung durch die Gedenkstätte Hadamar war sehr interessant und wurde durch die Biografien der Opfer und Täter sehr lebendig. Die Kellerräume waren sehr beklemmend und erschreckend, da man wusste, dass man an dem Ort steht, an dem ein schreckliches Verbrechen begangen wurde. (…)“

Chiara

„(…) Erstaunlich, wie so etwas in diesem Stil möglich war. Es ist wichtig, dass es nicht in Vergessenheit gerät.“

Yuting

„Ich fand die Gedenkstättenfahrt sehr interessant. Man denkt, dass man mittlerweile schon sehr viel über das Thema „Nationalsozialismus“ weiß, jedoch lernt man immer wieder etwas hinzu. (…) Ich finde es sehr wichtig, dass Gedenkstätten existieren und es gefördert wird, diese zu besuchen. (…)“

Kim

„Bei dem Seminar war besonders erschreckend zu erfahren, wie viel Aufwand in so ein menschenverachtendes System gesteckt wurde. Der riesige bürokratische Aufwand, der betrieben werden musste, um das T4-Programm geheim zu halten, demonstriert die perfide Maschinerie des NS-Regimes. (…)“

Lukas

„(…) Besonders erschütternd war es zu erfahren, dass die Ärzte das offizielle Todesdatum vom tatsächlichen abgewandelt haben, um noch einige Wochen staatliche finanzielle Unterstützung zu erhalten. Auch die Respektlosigkeit den Verstorbenen gegenüber war unvorstellbar, ebenso die scheinbaren „Einzelgräber“, die der Tarnung dienten sowie die Verwendung eines speziellen Grabes, an das Angehörige geführt wurden. Nachdem sie gegangen waren, wurde die Leiche in ein Massengrab gelegt.“

William

„Die Exkursion nach Hadamar wird mir immer in Erinnerung bleiben. Mehrmals musste ich mir von Augen führen, dass in dem Gebäude, in dem wir gerade stehen, vor rund 80 Jahren unschuldige Menschen entwürdigt und ermordet wurden. Vor allem beim Anblick des Kellers, der dort befindlichen Gaskammer und der Fundamente der Verbrennungsöfen war der Gesichtsausdruck von vielen Schülern wie eingefroren. Unfassbar, was Menschen wie wir damals für ein Leid ertragen mussten.(…)“

Zeitzeugen aus Polen zu Besuch an der GBS

Da wir uns im Unterricht der Q3 gerade mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen, hat es sich angeboten, ein sogenanntes Zeitzeugengespräch mit Menschen zu führen, die Hitlers Schreckensherrschaft überlebt haben. Ermöglicht wurde dies dank der Stiftung „Zeichen der Hoffnung“.

Im Unterricht hatten wir bereits viel Vorwissen sammeln können und uns einige angemessene Fragen überlegt, die wir an unsere Gesprächspartner, – nämlich ehemalige Häftlinge verschiedener Konzentrationslager – richten wollten und waren somit sehr gespannt, was uns erwarten würde.

Der ganze 12. Jahrgang hatte sich am Morgen des 14. September 2017 in der Aula versammelt, und wir Schüler, die drei Zeitzeugen, ein evangelischer Pfarrer als Moderator und eine Übersetzerin wurden mit Klängen Chopins, am Klavier gespielt von unserem Mitschüler Nathanael, empfangen. Herr Dr. Buchwaldt begrüßte alle herzlich.

Der Pfarrer stellte uns dann Mariana (78 Jahre alt), Alicia (86 Jahre) und Eugenius (89 Jahre) vor. Alle drei kamen aus Polen und sprachen dementsprechend Polnisch, und nur wenige Worte Deutsch. Alle drei waren überaus freundlich und machten den Eindruck, als seien sie gerne hier, um uns aus ihrer dunklen Vergangenheit zu berichten.

Das Gespräch mit dem Herrn und den beiden Damen wurde durch den Pfarrer geleitet, indem er ihnen Fragen stellte, die die Übersetzerin auf Polnisch übersetzte, dann die Zeitzeugen erzählen ließ, um ihre Antworten anschließend auf Deutsch wiedergeben zu lassen. Unsere drei Gäste wollten uns alles so detailgenau wie möglich berichten, wie es ihre Erinnerung erlaubte.

Dieses Interview dauerte ca. eine ¾ Stunde, während der wir gebannt zuhörten und uns in eine für uns wirklich unvorstellbare Zeit versetzen ließen. Die erste Frage, ob sie sich denn gerne hier in Deutschland aufhielten, nachdem viele Deutsche ihnen in ihren jungen Jahren derart grausame Dinge zugefügt hatten, bejahten alle drei. Anfangs hätten die beiden Frauen große Sorgen gehabt, nach Deutschland zu kommen und seien durch ihre Erinnerungen traumatisiert gewesen; Eugenius aber erzählte stolz, er sei unvoreingenommen gewesen, hätte keinerlei Vorurteile gehabt und könne seit jeher zwischen guten und bösen Menschen unterscheiden. Alle drei fühlten sich von Anfang an herzlich willkommen und aufgenommen in Deutschland.

Eugenius erzählte, er komme aus Warschau, wo es viele jüdische Zentren gab, und dass seine sehr religiöse Familie viel Kontakt zu Juden gepflegt und sogar einen Juden namens Jan Petruschka versteckt gehalten habe. Ein „Freund“ aus der Nachbarschaft aber habe das Geheimnis verraten, woraufhin Eugenius als 15jähriger zusammen mit seiner ganzen Familie verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gebracht wurde.

Die Verhaftungsgründe der beiden Frauen waren die Folgenden: Alicia war als Halbwaise aufgewachsen und lebte zusammen mit ihrer Mutter in Warschau, wo sie den 1. Warschauer Aufstand am 1. August 1944 miterlebte, bei dem sich die polnische Armee gegen die deutschen Besatzungstruppen auflehnte. Mutter und Tochter waren an den Protesten aber nicht beteiligt, sondern wurden nichts ahnend mit allen Zivilisten, die sich zu diesem Zeitpunkt am Ort des Geschehens befanden von deutschen Soldaten verschleppt und in Konzentrationslager gebracht. Mariana wurde als 4-jähriges Mädchen gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter am 12. Dezember 1941 in ein Konzentrationslager eingeliefert. Ihr Vater war als Pole in Hamburg geboren worden, habe sich aber geweigert, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen, was der ausschlaggebende Grund für die Verhaftung der Familie gewesen war. Mariana erzählte uns, dass sie sich, obwohl sie noch sehr klein gewesen war, an alles Schreckliche, was ihr widerfahren ist und was ihr angetan wurde, erinnern könne, und dass sich diese Erinnerungen für immer in ihr Gedächtnis eingebrannt hätten.

Sie war von Mutter und Großmutter getrennt und in eine extra Baracke gebracht worden, in der sich alle Kinder unter 14 Jahren befanden. Jedes musste ein Schild mit einer Nummer um den Hals tragen. Die Kinder wurden von ihren Aufsehern geschlagen und gequält, und es wurden grausame Experimente an ihnen durchgeführt. Den Kindern war es verboten zu weinen, sonst wurden sie geschlagen. Alle drei Zeitzeugen berichteten einstimmig, dass das, was sie am meisten gequält habe, die Ungewissheit gewesen sei, ob ihre Verwandten, mit denen sie eingeliefert worden waren, überhaupt noch am Leben waren; der beißende Geruch der Leichenverbrennung sei allgegenwärtig gewesen. Lediglich Alicia konnte ihre Mutter manchmal heimlich durch den Zaun sehen und bekam Essen auf die andere Seite gereicht und tröstende Worte zugesprochen.

Mariana wurde nach langen 2 Jahren und 8 Monaten gemeinsam mit ihrer Großmutter am 21. Januar 1945, also circa 3,5 Monate vor Kriegsende, befreit. Eugenius war während des Krieges in mehreren KZs inhaftiert und wurde am 9. April 1945 befreit. Alicia berichtete, dass ihre Großmutter mit ihr nach der Befreiung durch die Amerikaner so schnell wie möglich die Front verlassen habe und auf eigene Faust Richtung polnischer Grenze gezogen sei; einen Monat später wollte es das Glück, dass es auch Alicias Mutter zu einem verabredeten Treffpunkt schaffte – sie hat allerdings in ihrem weiteren Leben kein Wort mehr über diese Zeit gesprochen. Es sei bis heute schwer, mit ihrer Vergangenheit zu leben, sagen alle drei Zeitzeugen, und mit ihren Verwandten haben sie nie viel darüber gesprochen, was sie in den Konzentrationslagern erlebt hatten.

Nach der ersten Fragerunde, hatten wir die Möglichkeit, Fragen an Eugenius, Alicia und Mariana zu stellen, zum Beispiel: Was ist die schlimmste Erinnerung an die Zeit im KZ? Gab es etwas, das Mut gemacht hat? Wie kann man im Nachhinein damit umgehen, und wie haben sich die Eltern danach verändert? Auf diese und weitere Fragen antworteten alle drei gerne und ausführlich. In unseren Einzelgesprächen nach der offenen Fragerunde gingen sie aber noch tiefer ins Detail, und die Fragen wurden noch ein bisschen persönlicher und im kleinen Kreis beantwortet.

Eine der für mich persönlich interessantesten Fragen an unsere Gäste war, ob es ihnen möglich sei zu verzeihen, beziehungsweise wie sie reagieren würden, wenn sie einen ihrer Peiniger auf der Straße wiedertreffen würden. Eugenius antwortete darauf ganz klar mit „ja“, was uns alle sehr überraschte. Er halte am Gebot der Nächstenliebe fest, sagte er ganz überzeugt. Alicia war dagegen ganz anderer Meinung: Sie hätte sich auf jeden Fall an ihrer damaligen Aufseherin rächen wollen! Mariana antwortete auf diese Frage, dass sie es nun einfach genieße, in Frieden zu leben, und dass sie, wenn sie jemandem aus ihrer KZ-Zeit über den Weg laufen würde, die Person einfach ignorieren würde.

Am Ende dieses Vormittags waren wir alle höchst beeindruckt davon, was diese Menschen schon als Kind haben durchmachen müssen, und wie selbstbewusst und aufrecht sie dagegen heute vor uns gestanden haben.
Elise Steinbrenner, Q3