11 Abiturient*innen erhalten mit dem Reifezeugnis auch ihr Diplôme du Baccalauréat

Es war im Juni 2010, als die ersten 16 Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule den deutsch-französischen Doppelabschluss AbiBac erhielten.

Seither haben insgesamt 147 Abiturientinnen und Abiturienten ihre Prüfungen abgelegt und alle haben ihren Doppelabschluss – deutsches Abitur plus französische Hochschulreife Baccalauréat – bestanden. Unsere Bacheliers gehören jedes Jahr zu den engagiertesten und besten Abiturienten des Jahrgangs.

In diesem Jahr gab es zunächst einige Fragezeichen, was die Durchführung der mündlichen Prüfungen betraf. Die durch die Covid-19 Pandemie bedingten Reisebeschränkungen machten es unserem französischen Prüfungsbeauftragten Herrn Bouchoucha von der französischen Schulaufsicht in Straßburg leider unmöglich, selbst die Prüfungen abzunehmen. Deshalb beauftragte er die Fachbereichsleiterin Frau Termer mit der Durchführung des französischen Prüfungsteils. In den Prüfungen stellten alle Kandidat*innen ihre ausgezeichneten Französischkenntnisse sowie ihre hervorragenden fachlichen und interkulturellen Fähigkeiten unter Beweis. Folglich gab es in diesem Jahr sogar gleich viermal die höchste Auszeichnung – die „mention très bien“.

Wir gratulieren allen 11 Absolvent*innen ganz herzlich zu ihren tollen Leistungen. Es handelt sich um: Sophia Bouhaha, Celia Compton, Marion Fezeu, Clément Hassenfratz, Jule Hein, Emily Hoquante, Ricarda Mencke, Gaspard Oppenhäuser, Lona Marie Rolle, Maria Schmal und Despina Suchier.

Die feierliche Übergabe der französischen Zeugnisse erfolgte im festlichen Rahmen der Akademischen Feier in der Lutherkirche am 24. Juni 2020.

Exkursion nach Bonn ins Haus der deutschen Geschichte

Seine letzte gemeinsame Fahrt unternahm der diesjährige Abiturjahrgang am 29. Januar in dasHaus der deutschen Geschichte in Bonn, eine Dauerausstellung, die deutsche Geschichte seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges greifbar machen soll. 

 

Pünktlich und ausgeschlafen versammelten sich die SchülerInnen um 11 Uhr morgens an der Gutenbergschule. Trotz eines skurrilen Busunfalls schon nach drei Minuten (gleich zwei Kollisionen im Schritttempo) und der daraus folgenden Verspätung von einer Stunde hatten die Schülerinnen und Schüler noch genügend Zeit, sich auf eigene Faust die Sonderausstellung „Very British- Ein deutscher Blick“ anzuschauen, in der es vor allem um den Brexit geht. 

 

Ausgestattet mit Kopfhörern konnten die AbiturientInnen in spe anschließend die Führungen durch das Haus der deutschen Geschichte antreten. Die Ausstellung behandelt vor allem die Nachkriegszeit und die Geschichte der deutschen Teilungbeides aktuelle Themen der Q3. Besonders beeindruckend waren die filmischen Zeitzeugnisse, etwa die Bilder flüchtender DDR-Bürger an der innerdeutschen Grenze. Hautnah erleben konnte man einen Grenzübertritt in der originalgetreu nachgebauten Grenzstation. 

Auch Originalrequisiten aus der Geschichte der Bundesrepublik faszinierten die SchülerInnen: So gab es die Latzhose eines Grünen-Abgeordneten aus dem Jahr 1980 zu sehen. 

 

Nach neun anstrengenden, aber auch spannenden Stunden endete die Rückreise – diesmal unfallfrei – am Wiesbadener Hauptbahnhof. 

 

von Carla und Maira, Q4

Jeder Name zählt ! Projekt zum Holocaustgedenktag

Am 27.01.2020, dem Gedenktag für die Opfer des Holocausts, nahm der Geschichtskurs  Q1 g7 an einem Projekt der Arolsen Archives teil.

Anlässlich des 75jährigen Jahrestages der Befreiung von Auschwitz waren Schüler und Schülerinnen aus ganz Hessen zur Teilnahme an einem Crowdsourcing-Projekt aufgerufen worden. Ziel ist es, bisher noch nicht im Online-Archiv erfasste Daten von Opfern des Nationalsozialismus zugänglich zu machen. Viele tausende Seiten von Transportlisten sind bislang nicht digitalisiert worden. Jedes Jahr erreichen das Archiv circa 20.000 Anfragen. Darunter sind auch solche von Angehörige, die etwas über ihre Familienmitglieder in Erfahrung bringen möchten. Diese Informationen sind auch so viele Jahre nach dem Krieg für die Familien der Opfer enorm wichtig und dienen dazu die Erinnerung wachzuhalten.

Die Arolsen Archives zählen zum UNESCO Weltdokumentenerbe und wurden 1948 als International Tracing Service (ITS) gegründet mit dem Ziel das Schicksal von Vermissten und Verschleppten zu klären. Dazu wurden im Laufe der Zeit über 30 Millionen Akten ausgewertet. Bis heute wurden bereits 85 – 90 % der Bestände gescannt.

Zur Digitalisierung dieser Bestände einen Beitrag geleistet zu haben, war für die Schüler/innen des Geschichtsgrundkurses ein wichtiges Anliegen und eine bereichernde Erfahrung. Vier Schulstunden lang arbeiteten sie sich durch zum Teil handgeschriebene Transportlisten, Meldekarten, mussten Abkürzungen entschlüsseln und erfuhren, wie auch Menschen aus ihrer unmittelbaren Nähe, aus Wiesbaden, zu Opfern des NS-Regimes wurden.

„Besonders schockierend waren für mich die Listen aus Wiesbaden. Auf einer Liste war eine mir sehr bekannte Adresse darauf, da ein guter Freund von mir dort wohnt. In diesem Moment war mir bewusst, wie sehr wir alle eigentlich mit dem Thema konfrontiert sind und auch dort, wo wir wohnen womöglich einmal jüdische Familien gelebt haben könnten.“ Sophie

„Durch die Wiesbadener Dokumente stellt man einen Bezug zu sich und den geschichtlichen Ereignissen her. Dadurch kann man sich das Ganze viel besser vorstellen.“ Leony

„Diese vielen Namen individueller Menschen lassen einen realisieren, wie viele Leben zerstört wurden. Selbst wenn ein ganzer Kurs den ganzen Tag damit verbringt hunderte Listen und Dokumente durchzuarbeiten, haben wir nicht mal annähernd alle [heute zur Verfügung gestellten] Dokumente und Listen gesehen.“

 

Weitere Informationen zur Arbeit des Archives und zum Projekt unter: https://arolsen-archives.org/

Tagesfahrt nach Heidelberg gewonnen

Heidelberger Schloss

Vier Schüler der Klasse 9a, Linus Fischer, Niklas Sassin, Johannes Schorling und Adrian Trapp haben in diesem Jahr am größten hessischen Schülerwettbewerb, den die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und der Landtag gemeinsam ausrichten, teilgenommen und einen 2. Preis gewonnen. Das Thema des Wettbewerbs lautete „1848-2018 Einigkeit · Recht · Freiheit“. In ihrem Beitrag setzten sie sich mit den Ursachen der Revolution von 1848 auseinander und entwickelten dazu ein Brettspiel, das den bezeichnenden Titel „Das Pulverfass“ trägt. Bereits am 30.04. waren alle Gewinner zu einem Empfang im Landtag eingeladen worden, um die entstandenen Ergebnisse zu präsentieren und die Erfolge der Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen gebührend zu würdigen.

Im Innenhof der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte

Der Gewinn der Gutenbergschüler war eine Tagesfahrt nach Heidelberg. Anstatt zum Unterricht fuhren sie am 15.05. zusammen mit Schüler/innen aus drei anderen Schulen in die Stadt am Neckar. Der erste Programmpunkt war ein Besuch der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, die an den ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik erinnert. Nach dem Mittagessen stand bei strahlendem Sonnenschein noch ein Rundgang durch die Heidelberger Altstadt auf der Tagesordnung, bevor die Heimreise angetreten wurde. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der Ausflug eine tolle Erfahrung, bei der man interessante Einblicke in die Geschichte der ersten deutschen Demokratie erhalten konnte.

Informationen zur Preisverleihung und zum Schülerwettbewerb:

https://hessischer-landtag.de/termine/preisverleihung-zum-schülerwettbewerb-20182019

Diskussion um Anerkennung vergessener KZ-Opfer

Frank Nonnenmacher liest aus seinem Buch und diskutiert mit SchülerInnen der Q2 am Dienstag, den 19.2.2019 in der Aula der GBS

Professor Nonnenmacher stellte den SchülerInnen zunächst die Geschichte seines Vaters Gustav vor. Parallel dazu beschreibt er in seinem Buch „Du hattest es besser als ich“ die Biographie seines Onkels Ernst Nonnenmacher. Das Schicksal der beiden Brüder, die sich erst als Erwachsene sehr spät kennenlernten, nachdem sie als Kinder in unterschiedlichen sozialen Milieus aufwuchsen, ist zugleich die Geschichte zweier Zeitzeugen des Nationalsozialismus, die damals keine dezidiert politische Haltung zu der Entwicklung in Deutschland zeigten und trotzdem von ihr mitgerissen wurden. „Inwieweit sind die beiden Opfer, inwieweit sind sie Täter?“ Diese Frage solle jede(r) der SchülerInnen der Q2, selbst zu beantworten suchen, so Frank Nonnenmacher.

Der Autor und Sohn von Gustav Nonnenmacher deutet als Grund für die apolitische Haltung das Aufwachsen seines Vaters in einem pietistisch geprägten Heim an. Der Vater hätte als Bester seiner Grundschulklasse eigentlich ein Stipendium für das Gymnasium erhalten sollen, um anschließend ein Theologiestudium zu absolvieren, was bittererweise an der Inflation scheiterte. Seine weitgehend unreflektierte Haltung gegenüber dem NS-Regime, dem er während des Krieges als hoch dekoriertes Mitglied der Luftwaffe „diente“, wurde in dieser Zeit von ihm nur an wenigen Punkten aufgebrochen und hinterfragt.

Interessant war auch die Gegenüberstellung mit seinem Bruder Ernst, der als Jugendlicher und junger Erwachsener unter schwierigen finanziellen Verhältnissen aufwuchs, mehrfach straffällig wurde, meistens da er kleine Diebstähle beging, um zu überleben, und der schließlich für mehreres Jahre im KZ Flossenbürg, später im KZ Sachsenhausen interniert war, und dort unter härtesten Bedingungen Zwangsarbeit verrichtete. Seine latent abwehrende und anarchistische Haltung gegenüber jedwedem ‚Staat‘ – egal, ob Kaiserreich, Weimarer Republik oder Nationalsozialismus – erscheint nachvollziehbar. Anders als die politischen Häftlinge im KZ, die nach der Kapitulation Deutschlands 1945 relativ schnell rehabilitiert und entschädigt wurden, gehört er bis heute zu den „vergessenen Opfern des NS“, wie sie Frank Nonnenmacher in einer Petition an den dt. Bundestag nennt.

Mit den SchülerInnen diskutierte er über die Frage, warum eine Wiedergutmachung für diese Opfergruppe so lange Zeit kein Thema war. Selbst 70 Jahre nach der Gründung der BRD erkennt der Bundestagsausschuss für Kultur und Medien zwar an, dass zumindest eine symbolische Anerkennung dieser Opfer wichtig wäre, „da niemand zu Recht in einem KZ gesessen habe“, wie Elisabeth Motschmann von der CDU/CSU-Fraktion formuliert. Sie führt weiterhin in einem Interview aus:  „Das, was in den KZs gelaufen ist, ist so unvorstellbar, dass wir das nicht gutheißen können“, – gemeint ist „Vernichtung durch Arbeit“. Trotzdem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, die Politiker würden die Petition zwar verbal befürworten, aber kaum Taten folgen lassen. „Eine Verschleppungstaktik“, mutmaßte Professor Nonnenmacher. Um Entschädigungszahlungen könne es dabei sicher nicht mehr gehen, denn von den Opfern lebe kaum noch jemand.

Die Diskussion endete mit mehreren Wortmeldungen der SchülerInnen zur Haltung einzelner politischer Fraktionen und verschiedener Meinungen zu Strategien der Umsetzung der Petition. Dabei gingen die Ansichten weit auseinander – ein gutes Beispiel für eine konstruktive Auseinandersetzung, die Politik, Ethik und Geschichte umfasst.

Petition abrufbar unter: www.change.org/vergessene-opfer oder http://chn.ge/2EAW95C

 

Gelesen wurde aus folgendem Werk:

Frank Nonnenmacher. Du hattest es besser als ich. Zwei Brüder im 20. Jahrhundert. Südost Verlags Service 2015

Gerhard Bökel las aus seinem Buch „Der Geisterzug, die Nazis und die Résistance“

Am Mittwoch, den 5. Dezember 2018 hatte die Gutenbergschule prominenten Besuch: Gerhard Bökel, Jurist, Journalist und ehemaliger Hessischer Innenminister (1994-1999) war zu Gast. Er las aus seinem gerade veröffentlichten Buch „Der Geisterzug, die Nazis und die Résistance“ und stellte den Schülerinnen und Schülern der Q3 und Q1 ein eher unbekanntes Kapitel ausder Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges sehr engagiert undeindrucksvoll vor.

Die Schülerinnen und Schüler, die durch die jährlich stattfindenden Zeitzeugengespräche bereits über die Gräueltaten während des Holocausts informiert sind, verfolgten gebannt die Schilderungen über den „Geisterzug“, einen der letzten Transportzüge in Richtung des Konzentrationslagers Dachau, der im Juli 1944 eine zweimonatige „Irrfahrt“ durch Frankreich beginnt. An Bord befinden sich die letzten Gefangenen aus dem südfranzösischen Internierungslager Le Vernet d’Ariège. Von den vormals 1000 meist politischen Häftlingen sind zu diesem Zeitpunkt nur noch 402 Kranke, Versehrte und Alte übrig, die von den Nazis quasi als „Geiseln“ benutzt werden, damit die Alliierten den Zug nicht bombardieren, denn neben den Häftlingen befinden sich auch deutsche Soldaten und Funktionäre in diesem Zug Richtung Deutschland. Das Buch enthält ergreifende Zeitzeugenberichte und viele historische Dokumente.

Die Genese des Buches finden die anwesenden Schülerinnen und Schüler nicht minder spannend. Gerhard Bökel hat sich nämlich 2010 an der Universität in Avignon eingeschrieben mit dem Ziel, seine Französischkenntnisse aufzubessern und verfasste in diesem Rahmen eine Semesterarbeit über „Le train fantôme“. Bei seinen Recherchen lernte er dann Überlebende des Zuges kennen und interviewte sie, sodass daraus zunächst zwei kleinere Publikationen entstanden, bevor das Buch nun erschienen ist. Nach eigenen Angaben hat Herr Bökel jedoch immer noch „Stoff“ genug und für ihn ist dieses Thema noch nicht abgeschlossen.

Ein Exemplar der frischgedruckten, französischen Ausgabe mit dem Titel „Le train fantôme, les nazis et la Résistance“ hat Herr Bökel der Gutenbergschule für die Fremdsprachenbibliothek geschenkt – un grand merci!

 Unser Dank geht auch andie Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und die Karl-Hermann-Flach-Stiftung, die diese Veranstaltung ermöglicht haben und durch Frau Burg vertreten waren, die den Schülerinnen und Schülern auch hilfreiche Informationen über die Stiftungsarbeit und mögliche Stipendien vermittelte.

Christiane Termer

Essaywettbewerb des Rotary Clubs Wiesbaden: Florentina John gehört zu den Gewinner/innen!

In Wiesbaden waren Schüler und Schülerinnen des aktuellen Jahrgangs der Q1/2 der Elly-Heuss-Schule, der Leibnizschule und der Gutenbergschule bis zum 1. März dieses Jahres dazu aufgerufen sich in einem frei gestalteten Essay mit dem Erbe des 1. Weltkrieges auseinanderzusetzen. Die Fragestellung lautete: „Wer denkt heute noch daran? Was hat unsere Generation nach 100 Jahren mit dem Erbe des Weltkrieges zu tun?“

Florentina John aus dem LK-Geschichte beschäftigte sich in ihrem Aufsatz unter anderem mit der unterschiedlichen Erinnerungskultur in Frankreich und Deutschland. Dabei ging sie darauf ein, dass in Frankreich schon durch die Existenz der vielen Soldatenfriedhöfe der Krieg viel präsenter sei als in Deutschland und es eine lebendigere Tradition des Gedenkens gebe, weshalb sie am Schluss ihrer Betrachtungen das folgende Fazit zieht: „Wer weiß- vielleicht gerade weil beide Länder gezeichnet sind von der Katastrophe vor hundert Jahren. Weil man in beiden Ländern auf den Ausdruck „Schlacht von Verdun“ mit Entsetzen zurückblickt und sich einig ist: So etwas darf nie wieder passieren. Vielleicht haben wir deshalb so ein gutes Verhältnis zu unseren Nachbarn- zumindest sollten wir uns an ihnen ein Beispiel nehmen, wenn es um die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg geht.“

Eine Reise in die Zeit der Römer

Am 7.12.2017 fuhr die Klasse 7B der Gutenbergschule nach Mainz, um dort mit einem Gästeführer eine Rallye durch Mainz zu machen und die Spuren der Römerzeiten zu entdecken und zu erkunden.
Am frühen Vormittag traf sich die Klasse 7B am Wiesbadener Hauptbahnhof und fuhr mit dem Zug nach Mainz. Am Mainzer Bahnhof Römisches Theater wurden die Kinder gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frau Thorn schon von David Oster vom Verein Geographie für alle erwartet.

1.Station: ,,Römisches Kino“
Gemeinsam gingen alle ein paar Treppen hoch zu einem Aussichtspunkt, wo man Ruinen eines klassischen römischen Theaters sehen konnte. David Oster erzählte, dass in diesem Theater zu Zeiten der Römer Vorführungen zu Ehren von Drusus, dem Gründer von Mainz, stattfanden. Man brauchte einen Ort, um ihm zu huldigen. Dafür wurde das „römische Kino‘‘, in das ca. 10 000 Menschen passten, erbaut. Die Schüler und Schülerinnen sollten schätzen, wie viele Menschen in das Theater passten. Doch niemand dachte, dass es so viele waren.

1.Aufgabe: Die Klasse 7B begann nun mit der Rallye und machte sich an die erste Aufgabe. Die Schüler sollten sich in vier Gruppen aufteilen, die vier Legionen darstellen sollten und in der jeweils 7 Kinder waren. Zu Zeiten der Römer waren in einer Legion aber ca. 6000 Männer. Jede Gruppe bekam ein Holzschwert und einem aus der Gruppe wurde von David Oster ein Beruf gesagt, der pantomimisch dargestellt werden und von der Gruppe erraten werden sollte. Wenn der Beruf richtig erraten wurde, bekam die Gruppe einen kleinen Stein als Sold. Wer am Ende der Rallye den meisten Sold hatte, gewann diese. Also gab es einen Schatzmeister für den Sold und einen Schwertträger. Es mussten Berufe, wie Fischverkäufer, Kaiser, Schmied und Lehrer erraten werden. Größtenteils war es nicht sehr schwer diese Berufe herauszufinden.

2.Station: So wuschen sich die Römer
Die nächste Station führte hoch zu einer Wiese, auf der zu Römerzeiten Thermen und Bäder waren, wo sich die Römer wuschen. Dorthin transportieren die Römer mithilfe von einem sehr langen Aquaedukt das Wasser. Die Römer badeten gemeinsam und schlossen dabei sogar Verträge ab. Die Reste des  Öls, das sie vorher aufgetragen hatten, wuschen sich die Römer im sogenannten Frigidarium mit kaltem Wasser ab.
2.Aufgabe: Nun spielte die 7B ein altes römisches Spiel. Dafür verteilte David Oster Nüsse und Kastanien und zeichnete mit einem Stock ein Dreieck auf den Boden und eine Linie, etwa 2 Meter davon entfernt. Man sollte sich hinter die Linie stellen und auf das Dreieck zielen. Dieses war in drei Bereiche aufgeteilt. Je genauer man traf, desto besser. Jeder durfte einmal werfen. Die Gruppen bekamen anschließend ihren Sold, je nachdem wie sie die Aufgabe gemeistert hatten.

 

3.Station: Der ,,Kästrich‘‘
Zunächst ging die 7B zu einem Legionärslager, dem sogenannten ,,Kästrich‘‘. Der Ort des Kästrichs war ein sehr guter Aussichtspunkt, was praktisch für die Legionäre war, da sie die Feinde schon von weitem gut sehen konnten. Man konnte über einen großen Teil von Mainz schauen.
3.Aufgabe: Auf dem Kästrich machte die 7B außerdem einen Staffellauf, der Gewinner bekam wieder seinen Sold.

4.Station: Römische Stadtmauer
Als Nächstes lief die siebte Klasse zu einer dicken, alten Steinmauer, die der Teil eines alten römischen Stadttors war. Dort wurde die 4. Aufgabe gemeistert. Es sollte ein ,,etwas anderer‘‘ Stein gefunden werden. Dieser wurde auch gefunden. In den Stein der Mauer war ein Lorbeerkranz geritzt. Das Besondere an diesem Lorbeerkranz war jedoch, dass er falschherum eingesetzt war. Dies lag daran, dass die Römer selbst gar nicht die Stadtmauer erbaut hatten, also nicht Legionäre, sondern die normalen Bürger. Den Bürgern war es nämlich egal gewesen, wie herum der Lorbeerkranz zu sehen war. Die Römer waren zuvor aus Mainz weggezogen. Da immer mehr Germanen kamen, dachten sich die Römer, dass sie lieber alles selbst zerstören, bevor ihre Feinde es tun würden. Also zerstörten die Römer alles und somit auch ihre Stadtmauer. Später bauten die Germanen eine neue.

5.Station: Römische Villa
Zuletzt ging die Klasse zur Ruine einer alten römischen Villa. In dieser Villa wurde der Boden höher gebaut, um dort mit Feuer eine Bodenheizung zu betreiben. Es wird vermutet, dass in der Villa ein reicher Römer gelebt hat, da sich nicht jeder eine Bodenheizung leisten konnte und es eine Villa war.
Am Ende gewann eine Mädchengruppe die Rallye, da sie 11 Steinchen und somit den meisten Sold erarbeitet hatte. Der Gewinner bekam allerdings keinen Preis und die Steine und die Schwerter wurden wieder abgegeben.

Das Schöne an der Führung bzw. Rallye war meiner Meinung nach, dass es keine gewöhnliche Führung war, sondern man auch an der Führung teil haben konnte, wir eine Rallye gemacht haben und man an der frischen Luft etwas gelernt hat. So konnte man sich besser konzentrieren und besser zuhören, auch wenn es etwas kalt war.

Maja, 7b

Q3-Kurse der GBS besuchen die Gedenkstätte Hadamar

 

Am Donnerstag, den 28.09.2017 besuchten die beiden Geschichtsgrundkurse von Herrn Pielert und Frau Thorn die NS-Euthansie Gedenkstätte in Hadamar bei Limburg.

Hadamar war im 3. Reich eine von sechs sogenannten Tötungsanstalten, in der von 1941 bis 1945 circa 15.000 Menschen ermordet wurden. Unter den Opfern waren behinderte Menschen, jüdische Kinder und Zwangsarbeiter.

Busgarage der ehemaligen Euthanasie-Anstalt

Folgende Eindrücke haben die Schülerinnen und Schüler über ihren Besuch in Hadamar festgehalten:

„Generell fand ich die ganze Gedenkstätte so beeindruckend wie wenige davor. Denn über den Holocaust weiß mehr oder weniger jeder etwas, aber über Euthanasie-Anstalten ist dann doch nicht so viel bekannt. Besonders erschreckend daran ist, dass so etwas Grausames mitten in der Gesellschaft passieren konnte und die Täter fast ohne Strafe davonkamen. (…)“

Emilia

„Ich war sehr beeindruckt von der Hadamar-Exkursion heute. Zwar wusste ich schon einiges über die Euthanasie aus dem Unterricht, mit eigenen Augen aber die Gedenkstätte sehen zu können, war aber eine besondere Erfahrung. (…)“

Helena

„Die Führung durch die Gedenkstätte Hadamar war sehr interessant und wurde durch die Biografien der Opfer und Täter sehr lebendig. Die Kellerräume waren sehr beklemmend und erschreckend, da man wusste, dass man an dem Ort steht, an dem ein schreckliches Verbrechen begangen wurde. (…)“

Chiara

„(…) Erstaunlich, wie so etwas in diesem Stil möglich war. Es ist wichtig, dass es nicht in Vergessenheit gerät.“

Yuting

„Ich fand die Gedenkstättenfahrt sehr interessant. Man denkt, dass man mittlerweile schon sehr viel über das Thema „Nationalsozialismus“ weiß, jedoch lernt man immer wieder etwas hinzu. (…) Ich finde es sehr wichtig, dass Gedenkstätten existieren und es gefördert wird, diese zu besuchen. (…)“

Kim

„Bei dem Seminar war besonders erschreckend zu erfahren, wie viel Aufwand in so ein menschenverachtendes System gesteckt wurde. Der riesige bürokratische Aufwand, der betrieben werden musste, um das T4-Programm geheim zu halten, demonstriert die perfide Maschinerie des NS-Regimes. (…)“

Lukas

„(…) Besonders erschütternd war es zu erfahren, dass die Ärzte das offizielle Todesdatum vom tatsächlichen abgewandelt haben, um noch einige Wochen staatliche finanzielle Unterstützung zu erhalten. Auch die Respektlosigkeit den Verstorbenen gegenüber war unvorstellbar, ebenso die scheinbaren „Einzelgräber“, die der Tarnung dienten sowie die Verwendung eines speziellen Grabes, an das Angehörige geführt wurden. Nachdem sie gegangen waren, wurde die Leiche in ein Massengrab gelegt.“

William

„Die Exkursion nach Hadamar wird mir immer in Erinnerung bleiben. Mehrmals musste ich mir von Augen führen, dass in dem Gebäude, in dem wir gerade stehen, vor rund 80 Jahren unschuldige Menschen entwürdigt und ermordet wurden. Vor allem beim Anblick des Kellers, der dort befindlichen Gaskammer und der Fundamente der Verbrennungsöfen war der Gesichtsausdruck von vielen Schülern wie eingefroren. Unfassbar, was Menschen wie wir damals für ein Leid ertragen mussten.(…)“

Zeitzeugen aus Polen zu Besuch an der GBS

Da wir uns im Unterricht der Q3 gerade mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen, hat es sich angeboten, ein sogenanntes Zeitzeugengespräch mit Menschen zu führen, die Hitlers Schreckensherrschaft überlebt haben. Ermöglicht wurde dies dank der Stiftung „Zeichen der Hoffnung“.

Im Unterricht hatten wir bereits viel Vorwissen sammeln können und uns einige angemessene Fragen überlegt, die wir an unsere Gesprächspartner, – nämlich ehemalige Häftlinge verschiedener Konzentrationslager – richten wollten und waren somit sehr gespannt, was uns erwarten würde.

Der ganze 12. Jahrgang hatte sich am Morgen des 14. September 2017 in der Aula versammelt, und wir Schüler, die drei Zeitzeugen, ein evangelischer Pfarrer als Moderator und eine Übersetzerin wurden mit Klängen Chopins, am Klavier gespielt von unserem Mitschüler Nathanael, empfangen. Herr Dr. Buchwaldt begrüßte alle herzlich.

Der Pfarrer stellte uns dann Mariana (78 Jahre alt), Alicia (86 Jahre) und Eugenius (89 Jahre) vor. Alle drei kamen aus Polen und sprachen dementsprechend Polnisch, und nur wenige Worte Deutsch. Alle drei waren überaus freundlich und machten den Eindruck, als seien sie gerne hier, um uns aus ihrer dunklen Vergangenheit zu berichten.

Das Gespräch mit dem Herrn und den beiden Damen wurde durch den Pfarrer geleitet, indem er ihnen Fragen stellte, die die Übersetzerin auf Polnisch übersetzte, dann die Zeitzeugen erzählen ließ, um ihre Antworten anschließend auf Deutsch wiedergeben zu lassen. Unsere drei Gäste wollten uns alles so detailgenau wie möglich berichten, wie es ihre Erinnerung erlaubte.

Dieses Interview dauerte ca. eine ¾ Stunde, während der wir gebannt zuhörten und uns in eine für uns wirklich unvorstellbare Zeit versetzen ließen. Die erste Frage, ob sie sich denn gerne hier in Deutschland aufhielten, nachdem viele Deutsche ihnen in ihren jungen Jahren derart grausame Dinge zugefügt hatten, bejahten alle drei. Anfangs hätten die beiden Frauen große Sorgen gehabt, nach Deutschland zu kommen und seien durch ihre Erinnerungen traumatisiert gewesen; Eugenius aber erzählte stolz, er sei unvoreingenommen gewesen, hätte keinerlei Vorurteile gehabt und könne seit jeher zwischen guten und bösen Menschen unterscheiden. Alle drei fühlten sich von Anfang an herzlich willkommen und aufgenommen in Deutschland.

Eugenius erzählte, er komme aus Warschau, wo es viele jüdische Zentren gab, und dass seine sehr religiöse Familie viel Kontakt zu Juden gepflegt und sogar einen Juden namens Jan Petruschka versteckt gehalten habe. Ein „Freund“ aus der Nachbarschaft aber habe das Geheimnis verraten, woraufhin Eugenius als 15jähriger zusammen mit seiner ganzen Familie verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gebracht wurde.

Die Verhaftungsgründe der beiden Frauen waren die Folgenden: Alicia war als Halbwaise aufgewachsen und lebte zusammen mit ihrer Mutter in Warschau, wo sie den 1. Warschauer Aufstand am 1. August 1944 miterlebte, bei dem sich die polnische Armee gegen die deutschen Besatzungstruppen auflehnte. Mutter und Tochter waren an den Protesten aber nicht beteiligt, sondern wurden nichts ahnend mit allen Zivilisten, die sich zu diesem Zeitpunkt am Ort des Geschehens befanden von deutschen Soldaten verschleppt und in Konzentrationslager gebracht. Mariana wurde als 4-jähriges Mädchen gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter am 12. Dezember 1941 in ein Konzentrationslager eingeliefert. Ihr Vater war als Pole in Hamburg geboren worden, habe sich aber geweigert, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen, was der ausschlaggebende Grund für die Verhaftung der Familie gewesen war. Mariana erzählte uns, dass sie sich, obwohl sie noch sehr klein gewesen war, an alles Schreckliche, was ihr widerfahren ist und was ihr angetan wurde, erinnern könne, und dass sich diese Erinnerungen für immer in ihr Gedächtnis eingebrannt hätten.

Sie war von Mutter und Großmutter getrennt und in eine extra Baracke gebracht worden, in der sich alle Kinder unter 14 Jahren befanden. Jedes musste ein Schild mit einer Nummer um den Hals tragen. Die Kinder wurden von ihren Aufsehern geschlagen und gequält, und es wurden grausame Experimente an ihnen durchgeführt. Den Kindern war es verboten zu weinen, sonst wurden sie geschlagen. Alle drei Zeitzeugen berichteten einstimmig, dass das, was sie am meisten gequält habe, die Ungewissheit gewesen sei, ob ihre Verwandten, mit denen sie eingeliefert worden waren, überhaupt noch am Leben waren; der beißende Geruch der Leichenverbrennung sei allgegenwärtig gewesen. Lediglich Alicia konnte ihre Mutter manchmal heimlich durch den Zaun sehen und bekam Essen auf die andere Seite gereicht und tröstende Worte zugesprochen.

Mariana wurde nach langen 2 Jahren und 8 Monaten gemeinsam mit ihrer Großmutter am 21. Januar 1945, also circa 3,5 Monate vor Kriegsende, befreit. Eugenius war während des Krieges in mehreren KZs inhaftiert und wurde am 9. April 1945 befreit. Alicia berichtete, dass ihre Großmutter mit ihr nach der Befreiung durch die Amerikaner so schnell wie möglich die Front verlassen habe und auf eigene Faust Richtung polnischer Grenze gezogen sei; einen Monat später wollte es das Glück, dass es auch Alicias Mutter zu einem verabredeten Treffpunkt schaffte – sie hat allerdings in ihrem weiteren Leben kein Wort mehr über diese Zeit gesprochen. Es sei bis heute schwer, mit ihrer Vergangenheit zu leben, sagen alle drei Zeitzeugen, und mit ihren Verwandten haben sie nie viel darüber gesprochen, was sie in den Konzentrationslagern erlebt hatten.

Nach der ersten Fragerunde, hatten wir die Möglichkeit, Fragen an Eugenius, Alicia und Mariana zu stellen, zum Beispiel: Was ist die schlimmste Erinnerung an die Zeit im KZ? Gab es etwas, das Mut gemacht hat? Wie kann man im Nachhinein damit umgehen, und wie haben sich die Eltern danach verändert? Auf diese und weitere Fragen antworteten alle drei gerne und ausführlich. In unseren Einzelgesprächen nach der offenen Fragerunde gingen sie aber noch tiefer ins Detail, und die Fragen wurden noch ein bisschen persönlicher und im kleinen Kreis beantwortet.

Eine der für mich persönlich interessantesten Fragen an unsere Gäste war, ob es ihnen möglich sei zu verzeihen, beziehungsweise wie sie reagieren würden, wenn sie einen ihrer Peiniger auf der Straße wiedertreffen würden. Eugenius antwortete darauf ganz klar mit „ja“, was uns alle sehr überraschte. Er halte am Gebot der Nächstenliebe fest, sagte er ganz überzeugt. Alicia war dagegen ganz anderer Meinung: Sie hätte sich auf jeden Fall an ihrer damaligen Aufseherin rächen wollen! Mariana antwortete auf diese Frage, dass sie es nun einfach genieße, in Frieden zu leben, und dass sie, wenn sie jemandem aus ihrer KZ-Zeit über den Weg laufen würde, die Person einfach ignorieren würde.

Am Ende dieses Vormittags waren wir alle höchst beeindruckt davon, was diese Menschen schon als Kind haben durchmachen müssen, und wie selbstbewusst und aufrecht sie dagegen heute vor uns gestanden haben.
Elise Steinbrenner, Q3