11 Abiturient*innen erhalten mit dem Reifezeugnis auch ihr Diplôme du Baccalauréat

Es war im Juni 2010, als die ersten 16 Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule den deutsch-französischen Doppelabschluss AbiBac erhielten.

Seither haben insgesamt 147 Abiturientinnen und Abiturienten ihre Prüfungen abgelegt und alle haben ihren Doppelabschluss – deutsches Abitur plus französische Hochschulreife Baccalauréat – bestanden. Unsere Bacheliers gehören jedes Jahr zu den engagiertesten und besten Abiturienten des Jahrgangs.

In diesem Jahr gab es zunächst einige Fragezeichen, was die Durchführung der mündlichen Prüfungen betraf. Die durch die Covid-19 Pandemie bedingten Reisebeschränkungen machten es unserem französischen Prüfungsbeauftragten Herrn Bouchoucha von der französischen Schulaufsicht in Straßburg leider unmöglich, selbst die Prüfungen abzunehmen. Deshalb beauftragte er die Fachbereichsleiterin Frau Termer mit der Durchführung des französischen Prüfungsteils. In den Prüfungen stellten alle Kandidat*innen ihre ausgezeichneten Französischkenntnisse sowie ihre hervorragenden fachlichen und interkulturellen Fähigkeiten unter Beweis. Folglich gab es in diesem Jahr sogar gleich viermal die höchste Auszeichnung – die „mention très bien“.

Wir gratulieren allen 11 Absolvent*innen ganz herzlich zu ihren tollen Leistungen. Es handelt sich um: Sophia Bouhaha, Celia Compton, Marion Fezeu, Clément Hassenfratz, Jule Hein, Emily Hoquante, Ricarda Mencke, Gaspard Oppenhäuser, Lona Marie Rolle, Maria Schmal und Despina Suchier.

Die feierliche Übergabe der französischen Zeugnisse erfolgte im festlichen Rahmen der Akademischen Feier in der Lutherkirche am 24. Juni 2020.

Fach-/Profilwahlen für die E-Phase 2020/21 ab 12.05. online

Liebe Schüler*innen, liebe Eltern der 9. Klassen,

leider können die Info-Veranstaltungen zur Oberstufe in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht sattfinden. Daher haben wir versucht alle wichtigen Informationen für euch und Sie möglichst umfassend und dennoch kompakt in der Präsentation Fachwahlen für die Einführugsphase zusammenzustellen. Lest / Lesen Sie diese bitte aufmerksam durch. Außerdem haben wir eine Checkliste erstellt, die beim Ausfüllen der Fachwahlen hilfreich ist.

Ab sofort stehen die Informationen für die Fachwahlen bereit. Weitere Informationen zur Wahl mithilfe von Microsoft Forms über den MSEDU-Zugang von Office 365 und den Link zum entsprechenden Formular erhalten die Schüler*innen per Mail / Teams zeitnah über ihre Klassenleitungen. Das Ausfüllen funktioniert nur innerhalb von MSEDU.

Das Zeitfenster für die Fachwahlen beginnt am 12.05. um 15:00 Uhr und endet am 22.05.2020 um 15:00 Uhr.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an e1-fachwahlen@msedu.gutenberg-gym.de.

Die Wahlen für die Q-Phase sind bereits in der vergangenen Woche erfolgreich angelaufen. Erwartbare Nachfragen wollen wir mit folgenden FAQs bereits vorab klären:

  • Eine Info-Veranstalung via Teams ist aktuell leider nicht möglich.
  • Die oben angegebene Mailadresse ist  auch „von außen“ erreichbar.
  • Bei den Wahlen handelt es sich um Fachwahlen, d.h. es geht einzig um die Wahl der Fächer! Eine Fach-/Kurs-/Klassen-Lehrerzuordnung / Unterrichtsverteilung steht noch nicht fest.
  • Erst mit Absenden der „Umfrage“ ist die Wahl abgeschlossen. Man kann vorher jederzeit zurückgehen und Änderungen vornehmen. Möglicherweise müssen die Eingaben bei Abbruch und einer Wiederholung zu einem späteren Zeitpunkt neu eingegeben werden.
  • Noch ausführlichere Informationen zum Thema Oberstufe & Abitur finden Sie in der Broschüre Abitur in Hessen – ein guter Weg, die wir auch in der Präsentation verlinkt haben.

Das Assessment-Center – ein Tor zum Erfolg!

Erfahrungen mit dem Berufsorientierungstag an der Gutenbergschule

Am 27. November 2019 fand an der Gutenbergschule ein Tag der Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs Q1 statt. Neben einem Assessment-Center standen Tests in den Studiengängen Rechtswissenschaften, Naturwissenschaften, Informatik / Mathematik / Ingenieurwissenschaften, Philologie bzw. Sprachwissenschaften, sowie Wirtschaftswissenschaften zur Verfügung. Diese dauerten unterschiedlich lang. Nachdem man den Test geschrieben hatte, erhielt jeder anschließend im Einzelgespräch seine Auswertung, bei der man einen ersten Eindruck bekam, ob man für dieses Berufsfeld geeignet wäre. Eine gute Sache mit einem schnellen Feedback!

Parallel dazu gab es zwei Workshops zum Thema ‚Assessment-Center‘ und ‚Sich Bewerben‘. Ein Referent erläuterte uns, dass es in vielen Berufsfeldern heute wahrscheinlich ist im Rahmen einer Bewerbung ein Assessment Center durchlaufen zu müssen als einen Eignungstest. Sein Plan war es, einige Tests mit uns durchzuführen, um uns das Erlebnis, in diesem Auswahlprozess unter Stress zu entscheiden, zu vermitteln. An der ersten von ihm gestellten Aufgabe scheiterten dann bereits mehr als 50% der Schüler, wie wir später erfuhren, was für allgemeine Erheiterung sorgte.

Anschließend absolvierten wir ein Bewerbungstraining mit verschiedensten Aufgaben zu logischem Denken, mathematischen Grundkenntnisse, Rechtschreibung und allgemeinem Wissen. Es herrschte großer Zeitdruck, was den ein oder anderen verzweifeln ließ. Auch die nächsten Tests hatten das Ziel, den Bewerber hinters Licht zu führen, und erforderten höchste Konzentration: schwierig an einem Mittwochmorgen!

Der Postkorb, ein Gedankenexperiment, in dem der Bewerber in die Rolle eines Geschäftsführers schlüpfen sollte und verschiedene Vorfälle nach Wichtigkeit einordnen sollte, erhitzte die Gemüter kurzzeitig, welche nur durch das beschwichtigende Eingreifen des Referenten beruhigt werden konnten.

Des Weiteren standen Selbstpräsentationen und das Üben von Bewerbungsgesprächen auf der Agenda. Fazit: Ein fester Stand und ein freundliches Lächeln sind leider nicht alles. Nach konstruktiver Kritik an den Freiwilligen, die sehr reichhaltig ausfiel, wurde uns erläutert, auf welchen Eigenschaften und Fähigkeiten der Fokus liegt. Gegen Mittag war dann ein sehr kurzweiliger Tag beendet, von dem jeder wahrscheinlich etwas Anderes mitgenommen hat. Dennoch war es sehr informativ und ermöglichte uns einen Einblick in firmeninterne Entscheidungsprozesse.

Leif Bergmann und Laura Erbe, Q1 LK Deutsch

 

 

Trotz der kurzen Zeit haben wir einen guten Einblick ins Assessment-Center bekommen. Die Tipps, die wir erhalten haben, sind meiner Meinung nach sinnvoll, da wir nun die typischen Fehler besser meiden können, weil man mehr darauf achtet als sonst. Ich würde diesen Berufsorientierungstag, der dieses Jahr zum ersten Mal an unserer Schule angeboten wurde, weiterempfehlen. Wenn es möglich ist, könnte man eventuell noch versuchen, eine größere Bandbreite an Berufsfeldern anzubieten. Ansonsten finde ich solche Angebote ziemlich nützlich, da man einen Einblick in das gewünschte Berufsfeld bekommt und bereits sehen kann, ob die eigene Einschätzung realistisch ist und ob man sich das für die Zukunft vorstellen kann. Allerdings sollte man sich nicht allein an einem Testergebnis orientieren, sondern sich auch in anderer Hinsicht intensiver mit dem Berufswunsch auseinandersetzen.

Laura Erbe, Q1 LK Deutsch

Klimafrühstück

Klimafrühstück an der Gutenbergschule

Die POWI-Klasse der Gutenbergschule sammelt Erfahrungen in Sachen Klimaschutz

Am Mittwoch den 4.9.2019 veranstaltete die Verbraucherzentrale Hessen zusammen mit der Klasse Ec ein Klimafrühstück. Die engagierten Schüler der Gutenbergschule behandeln gerade das Thema Klimawandel fächerübergreifend in Englisch bei Frau Scherf und in POWI bei Herrn Dr. Knoll. Da die Schüler auch den Schul-Kiosk betreiben, wollten sie unbedingt herausfinden, inwiefern unsere Ernährung und die Wahl der Lebensmittel beim Einkauf Einfluss auf den Klimawandel haben.

Durch das Klimafrühstück erfuhren die Schüler anhand eines gemeinsamen Frühstücks, wie sich das eigene Ernährungs- und Konsumverhalten auf das Klima auswirkt. Zu diesem Zweck hatten sie regionale Bio-Ware und konventionelle Ware aus fernen Ländern, manche mit und manche ohne Verpackung eingekauft. Einige Lebensmittel waren vegan oder vegetarisch und andere enthielten Fleisch. Sie bereiteten das Frühstück nicht nur gemeinsam vor, sondern erhielten unter professioneller Anleitung von Frau Gärtner (Verbraucherzentrale Wiesbaden)  die wichtigsten Empfehlungen für eine „Klima-gesunde“ Ernährung. Nachdem Frühstück erarbeiteten sie sich Kriterien für ein klimafreundliches Frühstück und diskutierten ihre eigenen Gewohnheiten kritisch.

Den meisten war bekannt, dass das Kühlen, Verarbeiten und Transportieren von Lebensmitteln sich auf den CO2-Fußabdruck jedes einzelnen Konsumenten negativ auswirkt. Dass Essen und Klimaschutz eng zusammenhängen, war den meisten bereits bewusst, aber sie wollten dies auch mit Hilfe von Listen berechnen und die Fakten zusammentragen, um auch anderen ihre Erkenntnis am Mittwoch 6. November 2019 im Rahmen der „Climate Change Theatre Action“ vorstellen zu können.

Die Climate Change Theatre AG der GBS führt  an diesem Tag zwei Stücke unter dem Motto „Heat&Trash“ auf und leitet eine Reihe von anderen Aktionen ein, die im Vorfeld der nächsten UN-Klimakonferenz in Santiago de Chile an unserer Schule stattfinden.

Der Schulkiosk, der von der POWI-Klasse (Ec) betrieben wird, hat sich vorgenommen, die Schulgemeinde mit seinem Angebot von  Pausenäpfeln und Apfelsaft zum Konsum von regionalen und saisonalen Produkten anzuhalten.

Darüber hinaus wird die Mensa unter dem Motto „Go Veggie! Go Vegan!“ an zwei Tagen ausschließlich fleischlose Speisen anbieten. Auf jeden Fall wollen die Schüler auch Müll vermeiden. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel Müll man meist gedankenlos produziert, sollen SuS an drei Tagen den Müll, den sie verursachen, wieder mit nach Hause nehmen.

Außerdem soll das Motto „Take the bus or simply walk to school!“ dazu anregen, öfter auf das Auto im Alltag zu verzichten.

 

Internationale Autoren (Elspeth Tilley und Damon Chua)haben der GBS die Rechte zur Uraufführung ihrer Stücke überlassen und  der Künstler Barry Rosenthal erlaubt die Vervielfältigung einer Fotografie seines Werkes „Green Container“, das als Logo für die anstehenden  Aktionen dient, mit denen an viele bereits stattgefundene Projekte zum Thema Umwelt an unserer Schule angeknüpft wird.

               

Juniorwahl Europäisches Parlament 2019: So haben GBS-Schüler*innen gewählt!

Zwischen dem vom 20. und 24. Mai 2019  waren alle Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse aufwärts aufgerufen zur Wahl zu gehen. Es handelte sich um die „Juniorwahl“. Diese ist eine bundesweite Wahlsimulation für Schülerinnen und Schüler, die möglichst nahe an die Realität der „echten“ Wahlen zum Europäischen Parlament heranführen soll. So erhielten alle Schülerinnen und Schüler Wahlbenachrichtigungskarten. Es wurden Wählerverzeichnisse aufgestellt, anhand derer die Wahlberechtigung geprüft wurde. Die beiden PoWi-LKs von Frau Gulden und Herrn Dr. Knoll stellten dabei den Wahlvorstand. Weitere Schüler unterstützten dabei. Über die Woche verteilt kamen die Klassen in ihrer jeweiligen PoWi-Unterrichtsstunde zum Wahllokal. Es wurde mit „echten“ Stimmzetteln des Wahlkreises Wiesbaden gewählt. Das Wahlsystem und die zur Wahl stehenden Parteien wurden zuvor in allen Klassen im PoWi-Unterricht behandelt. Dies natürlich immer in altersgerechter Form.

Bundesweit nahmen 2.760 Schulen an der Juniorwahl teil mit insgesamt ca. 618.000 Schülerinnen und Schülern! Weitere Informationen für die Juniorwahl sowie das bundesweite Ergebnis finden Sie hier.

Auch die Gutenbergschule freut sich über eine hohe Wahlbeteiligung, die wie immer als Vorbild für die tatsächlich Wahlberechtigten taugt:

 
Wahlberechtigte: 454
Abgegebene Stimmen: 345
Wahlbeteiligung 76,0 %

 

Ergebnis:

Partei Stimmenanzahl Stimmenanteil (ohne ungültig)
Grüne 137 39,7 %
FDP 50 14,5 %
CDU 40 11,6 %
Die Partei 32 9,3 %
SPD 22 6,4 %
Die Linke 12 3,5 %
Tierschutzpartei 10 2,9 %
AfD 8 2,3 %
Piraten 5 1,4 %
Graue Panther 5 1,4 %
Volt 4 1,2 %
Die Frauen 3 0,9 %
Freie Wähler 2 0,6 %
NPD 2 0,6 %
ÖDP 2 0,6 %
Tierschutzallianz 2 0,6 %
Die Violetten 2 0,6  %
Tierschutz hier! 1 0,3 %
Demokratie in Europa 1 0,3 %
Die Grauen 1 0,3 %
Die Rechte 1 0,3 %
Liebe 1 0,3 %
LKR 1 0,3 %
Partei für Tiere 1 0,3 %
ungültig 0 0,0 %

Diskussion um Anerkennung vergessener KZ-Opfer

Frank Nonnenmacher liest aus seinem Buch und diskutiert mit SchülerInnen der Q2 am Dienstag, den 19.2.2019 in der Aula der GBS

Professor Nonnenmacher stellte den SchülerInnen zunächst die Geschichte seines Vaters Gustav vor. Parallel dazu beschreibt er in seinem Buch „Du hattest es besser als ich“ die Biographie seines Onkels Ernst Nonnenmacher. Das Schicksal der beiden Brüder, die sich erst als Erwachsene sehr spät kennenlernten, nachdem sie als Kinder in unterschiedlichen sozialen Milieus aufwuchsen, ist zugleich die Geschichte zweier Zeitzeugen des Nationalsozialismus, die damals keine dezidiert politische Haltung zu der Entwicklung in Deutschland zeigten und trotzdem von ihr mitgerissen wurden. „Inwieweit sind die beiden Opfer, inwieweit sind sie Täter?“ Diese Frage solle jede(r) der SchülerInnen der Q2, selbst zu beantworten suchen, so Frank Nonnenmacher.

Der Autor und Sohn von Gustav Nonnenmacher deutet als Grund für die apolitische Haltung das Aufwachsen seines Vaters in einem pietistisch geprägten Heim an. Der Vater hätte als Bester seiner Grundschulklasse eigentlich ein Stipendium für das Gymnasium erhalten sollen, um anschließend ein Theologiestudium zu absolvieren, was bittererweise an der Inflation scheiterte. Seine weitgehend unreflektierte Haltung gegenüber dem NS-Regime, dem er während des Krieges als hoch dekoriertes Mitglied der Luftwaffe „diente“, wurde in dieser Zeit von ihm nur an wenigen Punkten aufgebrochen und hinterfragt.

Interessant war auch die Gegenüberstellung mit seinem Bruder Ernst, der als Jugendlicher und junger Erwachsener unter schwierigen finanziellen Verhältnissen aufwuchs, mehrfach straffällig wurde, meistens da er kleine Diebstähle beging, um zu überleben, und der schließlich für mehreres Jahre im KZ Flossenbürg, später im KZ Sachsenhausen interniert war, und dort unter härtesten Bedingungen Zwangsarbeit verrichtete. Seine latent abwehrende und anarchistische Haltung gegenüber jedwedem ‚Staat‘ – egal, ob Kaiserreich, Weimarer Republik oder Nationalsozialismus – erscheint nachvollziehbar. Anders als die politischen Häftlinge im KZ, die nach der Kapitulation Deutschlands 1945 relativ schnell rehabilitiert und entschädigt wurden, gehört er bis heute zu den „vergessenen Opfern des NS“, wie sie Frank Nonnenmacher in einer Petition an den dt. Bundestag nennt.

Mit den SchülerInnen diskutierte er über die Frage, warum eine Wiedergutmachung für diese Opfergruppe so lange Zeit kein Thema war. Selbst 70 Jahre nach der Gründung der BRD erkennt der Bundestagsausschuss für Kultur und Medien zwar an, dass zumindest eine symbolische Anerkennung dieser Opfer wichtig wäre, „da niemand zu Recht in einem KZ gesessen habe“, wie Elisabeth Motschmann von der CDU/CSU-Fraktion formuliert. Sie führt weiterhin in einem Interview aus:  „Das, was in den KZs gelaufen ist, ist so unvorstellbar, dass wir das nicht gutheißen können“, – gemeint ist „Vernichtung durch Arbeit“. Trotzdem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, die Politiker würden die Petition zwar verbal befürworten, aber kaum Taten folgen lassen. „Eine Verschleppungstaktik“, mutmaßte Professor Nonnenmacher. Um Entschädigungszahlungen könne es dabei sicher nicht mehr gehen, denn von den Opfern lebe kaum noch jemand.

Die Diskussion endete mit mehreren Wortmeldungen der SchülerInnen zur Haltung einzelner politischer Fraktionen und verschiedener Meinungen zu Strategien der Umsetzung der Petition. Dabei gingen die Ansichten weit auseinander – ein gutes Beispiel für eine konstruktive Auseinandersetzung, die Politik, Ethik und Geschichte umfasst.

Petition abrufbar unter: www.change.org/vergessene-opfer oder http://chn.ge/2EAW95C

 

Gelesen wurde aus folgendem Werk:

Frank Nonnenmacher. Du hattest es besser als ich. Zwei Brüder im 20. Jahrhundert. Südost Verlags Service 2015

Oberstufenschüler*innen diskutieren mit Regisseur Florian Opitz über Wachstum

SYSTEM ERROR  

Wiesbaden/28. Januar 2019
Text: Sahel Shoghi-Ghaleshahi, Katharina Dehl, Ana Lia Jessen (Klasse Eb)
Fotos: C. Rost

Am 28. Januar 2019 hatten etwa 300 Oberstufenschüler-/Innen der GBS die Möglichkeit, den neu ausgestrahlten Dokumentarfilm ,,System Error” von Florian Opitz in der Filmbühne Caligari in Wiesbaden anzusehen. Im Anschluss wurde der Regisseur über Skype live aus Berlin zugeschaltet und die Schüler-/Innen konnten mit ihm über die Thesen in seinem Film diskutieren. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Medienzentrum in Wiesbaden durchgeführt. 

Opitz setzt sich in seinem Film kritisch mit dem Wachstumsdogma aller modernen Marktwirtschaften auseinander und zeigt die langfristigen Folgen dieses Aspekts des Kapitalismus auf. 

Der Kapitalismus bezeichnet ein Phänomen, das nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Lauf nahm. Es bezeichnet eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung und eine Epoche in der Wirtschaftsgeschichte. Der Kapitalismus bestimmt unser ganzes Leben. Denn im Kapitalismus muss der Konsum ständig wachsen, denn anders können wirtschaftliche Gewinne kaum realisiert werden. Systematisch werden soziale Kosten und ökologische Lasten „unserer Lebensweise“ ausgelagert, im Kleinen wie im großen Maßstab. Wir leben daher nicht über unsere Verhältnisse; wir leben über die Verhältnisse anderer. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis.  Er zwingt unsere Gesellschaft zu ewigem Wachstum. 

Opitz stellt die Frage, wann das Wachstum unserer globalen Welt endet. Um uns unterschiedliche Meinungen zu zeigen und der Frage nachzugehen, warum am Wachstum immer noch festgehalten wird, lässt er Vertreter der Wirtschaft zu Wort kommen und aus ihrer Sicht erklären, warum das Wirtschaftswachstum notwendig sei. Neben Hedgefond- und Versicherungsmangern, Agrarökonomen in Brasilien und Wirtschaftslobbyisten interviewt er Donald Trumps Ex-Berater, Anthony Scarmucci. Dabei verzichtet Opitz auf eine eigene Kommentierung. Klar wird, dass die meisten Wachstum befürworten und sich dieses wie ein Naturgesetz (z.B. die Schwerkraft) vorstellen, welches deshalb unabänderlich sei. 

Wieso ist der Film in der aktuellen Zeit für unsere Gesellschaft so wichtig?

Diesem unerschütterlichen Glauben an das Wachstum stellt Opitz, Marx Zitate gegenüber, der als einer der Ersten die Folgen des Kapitalismus sah und kritisierte. Dadurch zeigt er uns noch mal wie präsent dieses Thema ist und das schon für eine lange Zeit.  

 Anhand einer Interviewpassage mit Soja- und Geflügelproduzenten aus Brasilien zeigt er eindrucksvoll die Auswirkungen des Wachstumsgedanken auf die Umwelt auf. Diese gehen so weit und sagen, dass sogar der Teil Regenwald, den sie wegen Umweltgesetzen stehenlassen müssen, einfach nur ein Störfaktor ist und ihnen das Business kaputt macht.

Der Film hat eine sehr eindringliche Stimmung und versucht uns vor allem die Seite der Kapitalisten zu verdeutlichen, während er allerdings deutlich macht, dass er das System nicht unterstützt. In dem Interview, dass wir danach mit Florian Opitz führen durften, legte er uns nochmal ans Herz, das Wirtschaftssystem nicht einfach hinzunehmen und für unsere Zukunft zu kämpfen. Laut Opitz befindet sich unser System in einer Krise und er macht uns klar, dass wir etwas dagegen unternehmen sollten. 

Er stellt keine Alternativen zum Kapitalismus vor, sagt allerdings, dass wir als Einzelne noch mal mehr Wert auf unseren Konsum achten können und darüber nachzudenken, wie viel wir wirklich brauchen. Außerdem meint Herr Opitz in der Diskussionsrunde, dass wir uns vermehrt über die aktuelle Situation unseres Systems beschweren sollten. Als positives Beispiel nimmt er Bezug auf die aktuellen Freitagsproteste von Schüler*innen gegen den Klimawandel und die Totenlosigkeit der Regierungen (#FridayForFuture). 

Der Film ist dadurch umso wichtiger für uns, da wir als Einzelpersonen uns klar machen müssen, wie unsere Zukunft sich entwickeln könnte, wenn wir nicht aktiv werden. Optiz appelliert an uns, wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen zu wollen und uns nicht durch Experten verunsichern zu lassen. Nur wenn wir das System verstehen, können wir es auch ändern. Opitz sieht deshalb trotz der negativen Gegenwart optimistisch in die Zukunft und hofft auf den Aktivismus der nächsten Generation: “Pessimism of the mind, Optimism of the will.” 

 Wie hat uns der Film und die Diskussion gefallen? 

Der Film hat uns geholfen, unser Wirtschaftssystem, den Wachstumsgedanken und die Argumentation seiner Unterstützer besser zu verstehen.  

Schade ist, dass er allerdings nicht wirklich auf alternative Systeme oder Lösungsmöglichkeiten eingeht und nur seine eigene Meinung darstellt. Er zeigt während des Filmes ganz klar, dass er persönlich kein Fan des Kapitalismus ist. Diese Meinung betont er allerdings manchmal so stark, dass man sich selber schlecht eine eigene Meinung bilden kann. Opitz stellt im Interview dazu auch klar, dass er als Filmemacher aber auch gar nicht den Anspruch hat, Objektivität anzustreben, da dies grundsätzlich nicht möglich sei.  Persönlich denken wir, dass er mehr Kontroversität hätte zulassen können, um so dem Einzelnen eine Chance zu geben, das Gehörte selbst einzuordnen.                                                 

Auch geht er nur kurz auf die Umweltproblematik ein. Dies ist zwar verständlich, da er einen Schwerpunkt auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge des Systems legt, für uns wäre dies aber doch wichtig für das Verständnis der Auswirkungen und als Stärkung seiner Argumentation gewesen. Die Natur ist ein wichtiger Teil dieser Erde und wenn wir nicht wissen, was mit ihr passiert, dann können wir die Folgen auch nicht erahnen.                                      

Insgesamt hat uns der Film und die Diskussion sehr gut gefallen, da wir so ein tieferes Verständnis über unser Wirtschaftssystem die Folgen des Wachstumsgedanken erlangen konnten.  

Wir bedanken uns bei dem Wiesbadener Medienzentrum, dem Calligari und Herrn Rost, die uns ermöglicht haben, dass wir Gutenbergschüler/-Innen den Film System Error ansehen konnten.  

Außerdem wollten wir uns noch bei Herrn Opitz dafür bedanken, dass er sich die Zeit genommen hat mit uns über seinen Film zu diskutieren, Fragen zu beantworten und diesen Film zu drehen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schulwettbewerb Jugend Debattiert 2019

„Debattiert“ wird an Schulen ja gerne mal, gerade in diesen Tagen, wenn es um die Bewertung im Halbjahreszeugnis geht. Am Nachmittag des 31. Januar ging es um Debatten ohne Anführungszeichen, und die Bewertung von Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft: An der Gutenbergschule fand der Jährliche Schulwettbewerb im Rahmen von Jugend Debattiert statt, und 16 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 und drei Schülerinnen und Schüler der Sekunarstufe 2 lieferten sich Debatten zu folgenden Streitfragen:

Sekundarstufe 1:

  1. Soll privates Silvester-Feuerwerk verboten werden?
  2. Soll bundesweit für alle Hundehalter ein „Hundeführerschein“ vorgeschrieben werden?

Sekundarstufe 2:

  1. Soll das Einstellungsalter bei der Bundeswehr auf 18 Jahre heraufgesetzt werden?
  2. Soll in der Europäischen Union die Zeitumstellung beendet werden?

Die Gutenberschule ist seit vielen Jahren Projektschule im Verbund Wiesbaden / Rheingau-Taunus-Kreis. Einmal im Jahr wird um schulische, politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Themen gerungen. Zu gewinnen gibt es dabei keine Sachpreise, stattdessen gewinnen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem: Kompetenz sich verbal auszudrücken und den eigenen Standpunkt gut zu vertreten.

Die beiden Gewinner*innen des Schulwettbewerbs treten gegen die Gewinner*innen aller Schulen des Schulverbunds Wiesbaden an. Dem Regionalwettbewerb folgt der Landesentscheid. Am Ende steht das Bundesfinale in Berlin.

Jugend debattiert-Wettbewerbe finden immer als Pro/Kontradebatte mit normalerweise je zwei Teilnehmern pro Seite unmoderiert statt. Nach einem vorgegebenen Ablauf aus Eröffnungsreden, freier Aussprache und Schlussstatements berät die meist dreiköpfige Jury.

Die Gewinner des Schulwettbewerbs Jugend Debattiert 2018 der Gutenbergschule sind:

Sekundarstufe 1:

Platz 1 Zoe Erdmann, 9a
Platz 2 Maja Schwerdle, 8b
 Platz 3 Emma Fuhr, 9a
 Platz 4 Florian Golumbeck, 8b

Sekundarstufe 2:

Platz 1 Felix Welteke, Q1/2
Platz 2 Paul Fuhr, Q1/2
 Platz 3 Christina Matthias, Q1/2
 Platz 4

Der Regionalwettbewerb findet in diesem Jahr an der Diltheyschule statt am 21. Februar. Alle Interessierten sind als Publikum herzlich willkommen.

Die beteiligten Lehrkräfte in diesem Schuljahr waren bzw. sind: Frau Gerrmann (Koordinatorin), Herr Elster (Turniersetzung); Herr Bockholt, Frau Eigenbrod, Herr Haberkorn, Frau Höfle, Frau Scherf, Frau Thorn, Herr Wachs und natürlich Herr Dr. Buchwaldt als Regionalkoordinator Wiesbaden / Rheingau-Taunus-Kreis.

Pilotprojekt Schul-Cloud – Gutenbergschule erprobt digitalen Unterricht

Logo Schul-CloudNach den Sommerferien arbeiten 27 Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule aus Wiesbaden erstmals mit der HPI Schul-Cloud. Die digitale Lernplattform wird im laufenden Schuljahr erstmals in der E-Phase mit MINT-Schwerpunkt erprobt. Die Plattform wird in den Fächern Mathematik (Frau Kaiser), Physik (Herr Meier) und Politik&Wirtschaft (Herr Rost) schwerpunktmäßig eingesetzt.

Seit mehr als einem Jahr erproben 27 Schulen aus dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC die „HPI Schul-Cloud“ in der Praxis. Das Pilotprojekt wird von Hasso-Plattner-Institut (HPI) und MINT-EC durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Seit Beginn dieses Schuljahres testen weitere 40 MINT-EC Schulen aus ganz Deutschland die digitale Lehr- und Lernplattform, darunter ist auch die Gutenbergschule aus Wiesbaden.

Mit der HPI Schul-Cloud macht die Gutenbergschule weitere Schritte in Richtung Digitalisierung. Die bundesweite Schulplattform stellt digitale Lerninhalte, Methoden und Werkzeuge verschiedener Anbieter für den Unterricht zur Verfügung. Diese können über einen browserbasierten Zugang, online und von jedem mobilen Endgerät genutzt werden. Eigene Server braucht die Schule dafür nicht, die Softwarewartung entfällt. Die HPI Schul-Cloud berücksichtigt seit Projektbeginn die strengen Datenschutzregelungen der EU.

Die Vorteile der Schul-Cloud

MINT-EC hat gemeinsam mit Schulen der ersten Pilotphase ein InfoKit entwickelt. Es enthält Leitfäden zur Nutzung und Einführung der HPI Schul-Cloud, Empfehlungen zur Schulorganisation, IT-Konzepte und didaktische Impulse für den Unterricht. Davon profitiert auch die Gutenbergschule.

Langfristiges Ziel von MINT-EC ist die Einbindung aller 316 MINT-EC-Schulen bis Juli 2021.

Das HPI entwickelt die Plattform unter Einbeziehung der Rückmeldung der Pilotschulen stetig weiter, um sie auf deren Anforderungen und Wünsche anzupassen. Schwerpunkt der zweiten Pilotphase ist auch, den Dialog zwischen Schulen zu fördern und die Philosophie des Teilens von Bildungsinhalten unter Lehrkräften stärker zu verankern.

Ansprechpartner: Christoph Rost (christoph.rost@msedu.gutenberg-schule.de)