GBS-Schüler erfolgreich bei „Jugend debattiert“!

JD_Patch_CMYKAm 3. März fand zwischen 15 und 21 Uhr der Jugend debattiert-Regionalverbundswettbewerb statt. Gastgeberin war die Humboldt-Schule.Von unserer Schule nahmen in der Altersgruppe I (Sek I) teil:

  •  Julias Rosenthal 8b
  • Frederic von Borries 8s

 In der Altersgruppe II (Sek II):

  • Leonhard Liermann Q4 (!)

 Die Themen in der Altersgruppe I lauteten:

  •  Soll die Teilnahme an den Bundesjugendspielen auch für Schülerinnen und Schüler der Klassen Sek I freiwillig sein?
  • Sollen im Rhein-Main-Gebiet gekennzeichnete Freiflächen für das Sprayen von Graffitis zur Verfügung gestellt werden?
  • Soll ein Umweltpfand für Mobiltelefone eingeführt werden? (Finalthema)

 Die Themen in der Altersgruppe II lauteten:

  •  Soll bundesweit eine allgemeine Impfpflicht gegen Masern eingeführt werden?
  • Sollen vom Rhein-Main-Gebiet mehr Flüchtlinge aufgenommen werden?
  • Sollen in Deutschland Gigaliner für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen werden? (Finalthema)

Herr Elster betreute die Schüler und wirkte als Juror bei der Veranstaltung mit. Und nun die Ergebnisse:

Leonhard Liermann hat es leider nicht ins Finale geschafft, sondern eine mittlere Platzierung erreicht.

Aber beide Sek I-Kandidaten haben es in die Finalrunde am Abend geschafft. In der 4er-Finalrunde belegte Frederic den 4. Platz, Julius konnte den 2. Platz erobern und ist damit im Landeswettbewerb. Als Preis hat er ein dreitägiges Siegerseminar in Bad Homburg kurz vor den Herbstferien gewonnen. Beide Schüler sind Neulinge und haben diesen tollen Erfolg quasi im Kaltstart errungen!

Wie geht es nun weiter?

Am letzten Schultag vor den Ferien wird die Qualifikationsrunde des Landeswettbewerbs stattfinden – in Babenhausen, östlich von Frankfurt. Die Besten dieser Runde ziehen ins Landesfinale ein, das am 15. April im Landtag in Wiesbaden stattfinden wird. Herr Sonntag und Herr Haberkorn werden in der Qualifikationsrunde als Betreuer unserer Schüler sowie als Juror teilnehmen.

Finale der Sek I; Unsere beiden Schüler links und 2. v.r.
Finale der Sek I in der Kulturscheune der Humboldtschule; Unsere beiden Schüler links und 2. v.r. (Namen aus Datenschutzgründen nicht präzisiert; Foto: Michael Elster)

Europawahl – GBS-Schüler wählen grün-schwarz / hohe Wahlbeteiligung

Ähnlich wie zur Bundestagswahl 2013 hat auch zur Europawahl am 25. Mai 2014 die Fachgruppe PoWi der Gutenbergschule wieder eine Wahlsimulation durchgeführt. Die sogenannte Juniorwahl ist eine europaweite Aktion unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlamentes. Dabei wird in der Woche vor dem eigentlichen Wahltermin der Wahlakt so genau wie möglich nachgestellt.

Die Kurse erstellen Wählerverzeichnisse, alle Schüler erhalten Wahlbenachrichtigungskarten. In einem PC-Raum werden zwei Computere zu Wahlkabinen (inkl. SIchtschutz). Schülerinnen und Schüler der beiden Leistungskurse PoWi der Q2 übernehmen in wechselnden Schichten Dienste als Wahlvorsteher, Schriftführer und Beisitzer. Innerhalb der regulären PoWi-Stunden gehen die Lehrkräfte mit ihren Lerngruppen zu einem verabredeten Zeitpunkt zum Wahlraum. Dort prüft der Wahlvorstand die Identität der Wählerinnen und Wähler und gibt PINs aus, mit denen eine Stimme abgegeben werden kann. Die Stimmen werden am PC eingegeben, was Auszählung und Übermittlung an die Juniorwahlzentrale enorm beschleunigt.

Da das Thema EU im Unterricht behandelt worden sein muss, waren nur die Jahrgänge 9, 10 und 11, also bis zur Q2 wahlberechtigt (Jahrgang 12 hat keinen Unterricht mehr). Die inhaltliche Vorbereitung erfolgte im PoWi-Unterricht. Gern wurde auch der Wahl-o-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung genutzt.

Von den 428 Wahlberechtigten beteiligten sich 382, das entspricht eine sehr guten Wahlbeteiligungsquote von 89,25% und liegt damit sehr deutlich über der tatsächlichen Wahlbeteiligung in Europa.

Die Ergebnisse in Zahlen und als Infografik:

Juniorwahl EU 2014
Juniorwahl EU 2014 an der GBS

Juniorwahl EU 2014 Stimmenzahlen
Juniorwahl EU 2014 GBS absolute Stimmenzahlen

Weitere Informationen:

So sähe der Deutsche Bundestag aus, wenn GBS-Schüler ihn gewählt hätten

Wie bereits berichtet fand an unserer Schule vom 16.09. bis 20.09.2013 die Juniorwahl statt. Über 600 Schülerinnen und Schüler gaben ihre Stimme ab. Gewählt wurde innerhalb der PoWi-Unterrichtszeiten. Wahlraum war der PC-Raum I2. Der Wahlvorstand wurde in wechselnden Konstellationen von den beiden PoWi-LKs Q1 von Frau Siemon und Herrn Elster gestellt. Hier finden Sie Die Ergebnisse der Erst- und Zweitstimmen:

Anzahl Wahlberechtigter 662
Abgegebene Stimmen 636
davon ungültiger Erststimmen 34
davon ungültige Zweitstimmen 12
Wahlbeteiligung 96,1%

 

Den Wahlkreis hat Dr. Kristina Schröder gewonnen. Hier die Stimmverteilung der Erststimmen:

Erststimmen Juniorwahl 2013

Die Zweitstimmen, die allein die Stärke der Parteien im Bundestag bestimmen, verteilte sich so (leider sind einige Parteinamen abgeschnitten, die Farben sind aber dennoch aussagekräftig):

Zweitstimmen Juniorwahl 2013

Damit sähe der Deutsche Bundestag nach dem aktuellen Divisorverfahren folgendermaßen aus (rundungsbedingte Differenz von einem Sitz):

Sitzvertveilung Juniorwahl 2013

Bundesweit fiel die Juniorwahl etwas anders aus. Sehen Sie hier eine Infografik mit dem Wahlergebnis von über 500.000 Schülerstimmen (!). Es fällt auf, dass die SPD ein wenig und die CDU stark schwächer war als in der tatsächlichen Bundestagswahl. Deutlich besser fällt das Ergebnis der Grünen und der Piraten aus. Nur die FDP hat fast das gleiche Ergebnis bei den deutschen Schülern erlebt.

http://www.juniorwahl.de/bundestagswahl-2013.html

Juniorwahl an der Gutenbergschule

tl_files/Layout/junoirwahl_logo.gifDie Gutenbergschule nimmt wieder an der bundesweiten Juniorwahl teil. In der Woche vom 16.09. bis zum Tag der Bundes- und Landtagswahl (22.09.) werden deutschlandweit hunderttausende Schülerinnen und Schüler ihre eigene Wahl simulieren. Dies beginnt bei Wahlbenachrichtigungskarten, die den echten nachempfunden sind, Wahlhelfern und Wahlvorständen, die durch Schülernnen und Schüler gestellt werden bis zum Originalstimmzettel – in unserem Fall der Wahlkreis 179 – Wiesbaden.

Im Vorfeld wurde und wird das Wahlthema in nahezu allen Lerngruppen innerhalb des Politik und Wirtschaftsunterrichts behandelt. Dies geschieht natürlich jeweils altersangemessen ab Klasse 7.

Fast 30 Lerngruppen werden dieses Jahr an der Gutenbergschule an der Wahl teilnehmen. Die Umsetzung wird betreut durch die beiden Leistungskurse PoWi Q1 von Frau Siemon und Herrn Elster.

Weitere Informationen sowie nach dem 22.09. das bundesweite Wahlergebnis finden Sie hier.

GBS erobert den Hessischen Landtag

Etwa 100 Schülerinnen und Schüler unserer Schule haben am Mittwoch, den 28.08.2013 den Hessischen Landtag besetzt. Sie nahmen am Planspiel „Wir sind Abgeordnete“ teil, das von Landtag und Landeszentrale für politische Bildung angeboten wurde. Sie bildeten fast in Originalstärke die Fraktionen des Landtags, die Landesregierung und das Landtagspräsidium ab. Einen Tag lang entwickelten sie Initiativen zu den Themen Schulpolitik, Gesundheitsprävention und regenerative Energien. Die Aktion gehört zum Konzept der Gutenbergschule, seine Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen und auch konkret auf die Land- und Bundestagswahlen am 22.09.2013 vorzubereiten.

Es folgt eine Fotostory:

100 Schüler besetzen die derzeit 118 Sitze des Hessischen Landtages
100 Schüler besetzen die derzeit 118 Sitze des Hessischen Landtages.
In der konstituierenden Sitzung wird die Landtagspräsidentin gewählt sowie die Ministerpräsidentin und je ein Innen-, Schul- und Umweltminister. Jede Fraktion wählt einen Fraktionsvorsitzenden.
In der konstituierenden Sitzung wird die Landtagspräsidentin gewählt sowie die Ministerpräsidentin und je ein Innen-, Schul- und Umweltminister. Jede Fraktion wählt einen Fraktionsvorsitzenden.

 

Ministerpräsidentin des Landes Hessen für einen Tag: Maria Horstmann
Ministerpräsidentin des Landes Hessen für einen Tag: Marie Horstmann
Einer von drei stolzen Ministern: Janis Bothe, Innenminister
Einer von drei stolzen Ministern: Janis Bothe, Innenminister
Die Abgeordneten berieten in ihren Fraktionsräumen ihre Haltung zu den anstehenden Themen.
Die Abgeordneten berieten in ihren Fraktionsräumen ihre Haltung zu den anstehenden Themen.
Die Parteinamen waren erfunden, es liegt aber nahe, welche realen Parteien dahinter steckten.
Die Parteinamen waren erfunden, es liegt aber nahe, welche realen Parteien dahinter steckten.

 

hier die Fraktion der Ökologischen Partei...
hier die Fraktion der Ökologischen Partei…

 

die der Arbeitnehmerpartei
…die der Arbeitnehmerpartei…

 

die stärkste Fraktion, die Konservative Partei
…die stärkste Fraktion, die Konservative Partei…

 

und die kleinste Fraktion - dafür wortgewaltig - die der Sozialistischen Partei
…und die kleinste Fraktion – dafür wortgewaltig – die der Sozialistischen Partei

 

Im Plenum werden Anträge verteidigt...
Im Plenum werden Anträge verteidigt…
...oder kritisiert.
…oder kritisiert.

 

zwei der zahlreichen Anträge, über die debattiert wurde
zwei der zahlreichen Anträge, über die debattiert wurde

 

Die Regierungsfraktionen spendieren einem ihrer Abgeordneten Beifall...
Die Regierungsfraktionen spendieren einem ihrer Abgeordneten Beifall…

 

...während die Opposition darüber nur empört lachen kann.
…während die Opposition darüber nur empört lachen kann.

 

Nach der ersten Lesung wird im Umwelt-, im Innen- und im Schulausschuss über Details und evtl. Änderungen der Anträge diskutiert.
Nach der ersten Lesung wird im Umwelt-, im Innen- und im Schulausschuss über Details und evtl. Änderungen der Anträge diskutiert.

 

Schilder helfen, den Überblick zu behalten, wer in wessen Lager ist.
Schilder helfen, den Überblick zu behalten, wer in wessen Lager ist.

 

In der zweiten Lesung erfolgt eine abschließende Diskussion der Anträge.
In der zweiten Lesung erfolgt eine abschließende Diskussion der Anträge.

 

Die Regierung muss sich oft Kritik anhören.
Die Regierung muss sich oft Kritik anhören.
Sie verteidigt sich aber vehement. Die Qualität vieler Beiträge wurde von den Planspielbetreuern gelobt.
Sie verteidigt sich aber vehement. Die Qualität vieler Beiträge wurde von den Planspielbetreuern gelobt.
Am Ende kann Ministerpräsidentin Horstmann zufrieden den Heimweg antreten. Die Regierungsfraktionen blieben geschlossen und brachten alle eigenen Anträge durch und lehnten alle gegnerischen ab.
Am Ende kann Ministerpräsidentin Horstmann zufrieden den Heimweg antreten. Die Regierungsfraktionen blieben geschlossen und brachten alle eigenen Anträge durch und lehnten alle gegnerischen ab.

Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung. Die GBSler erhielten Lob durch die Betreuer für Interesse, Benehmen und inhaltliche Tiefe sowie rhetorische Fertigkeiten. Zufälliger Weise war einer der Betreuer ebenfalls auf der Gutenbergschule. Sein erleichtertes Fazit in einer Pause (sinngemäß): Gott sei Dank ist das Niveau der GBS immer noch so hoch, wie man es von ihr erwartet.

 

8 Schülerinnen und Schüler der GBS gewinnen Preise beim Wettbewerb der Landeszentrale für politische Bildung

hlz-wettbewerbDas diesjährige Thema des Wettbewerbs, den die Landeszentrale für politische Bildung zusammen mit dem Landtag veranstaltet, war „Zuwanderung und Integration“. 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b beteiligten sich mit zahlreichen Beiträgen am Aufsatzwettbewerb mit ihren Buchbesprechungen. Ausgezeichnet wurden Arbeiten zu den Büchern „Scherbenpark“ der jungen Autorin Alina Bronsky, „Liebesgrüße aus Deutschland“ von Wladimir Kaminer, „Der Kick des Lebens: Wie ich den Weg nach oben schaffte“ von Steffi Jones, „Die Brücke vom Goldenen Horn“ von Emine Sevgi Özdemir und „Die Brüder Boateng. Drei deutsche Karrieren“ von Michael Horeni.
Bei der feierlichen Verleihung der Auszeichnungen im hessischen Landtag am 18.04.13 durch den Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Dr. Bernd Heidenreich, durften sich Luis Etteldorf , Cara Gürtler, Nils Hoffmann, Lena Ying Hohmann und Emily Meier über einen 3. Preis freuen, der aus einem Buch der Autorin Alexandra Tobor mit dem Titel „Sitzen vier Polen in einem Auto“ bestand. Drei 2. Preise gingen an Hanna Badenhop, Marc Bohn und Erika Meibauer, die eine Tagesfahrt zum Frankfurter Flughafen gewannen.

von Katja Thorn

 

 

Tagblatt-Redakteur im PoWi-Leistungskurs

Tagblatt-Redakteur Bertram Heide zu Gast im Leistungskurs an der Gutenbergschule

08.09.2012 – WIESBADEN

Von Bertram Heide

Hat ein Journalist des Tagblatts Einfluss auf die lokale Politik? Wie werden Artikel recherchiert, woher kommen die Informationen? Wo sind die Unterschiede zwischen Online- und Print-Ausgabe? Die Palette der Fragen ist weit gespannt. 16 Abiturienten des Gutenberg-Gymnasiums haben als einen von zwei Leistungskursen „Politik und Wirtschaft“ gewählt, wollen mehr erfahren über die Rolle der Medien im politischen System, wie es ihr Fachlehrer Christoph Kampka ausdrückt.

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Gedenkstättenfahrt 2012 – Anschauungsunterricht in Berlin

„Anstrengender als eine normale Schulwoche,“ moniert der 17-jährige Sebastian Riegger, „aber auch viel interessanter und lehrreicher“, gibt er im Nachhinein zu.

Am Montag den 18. Juni brachen der Geschichtsleistungskurs, der LK Politik und Wirtschaft sowie einige Geschichtsgrundkursschüler der Gutenbergschule Wiesbaden im Morgengrauen um 5:30 Uhr nach Berlin auf, um an zentralen Schauplätzen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts Eindrücke zu sammeln und bereits Gelerntes zu vertiefen.

Der Einstieg der Gedenkstättenfahrt erfolgte noch am Tag der Ankunft mit dem Besuch des Deutschen Historischen Museums, wo ein Teil der Ausstellung über die Weimarer Republik besichtigt wurde.

Der Dienstag war ganz der Bundeshauptstadt selbst gewidmet. Nach einer ausführlichen Stadtrundfahrt ging es in den deutschen Reichstag, wo ein Gespräch zwischen den Schülerinnen und Schülern und einem Referenten der Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder auf der Agenda stand.

Der dritte Tag der Studienfahrt stand ganz im Zeichen der DDR. Auf den Besuch des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit an der Normannenstraße, welches heute als Gedenkstätte dient, erfolgte das persönliche Highlight vieler Schülerinnen und Schüler mit der Besichtigung des ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, wo ein früherer Insasse, der sich selbst als „Ex-Knacki“ bezeichnet, eindrücklich von seiner Zeit hinter Gittern erzählte.

„Das Gefängnis selbst hatte schon etwas Furchteinflößendes, aber durch die Erzählungen über die grausame Behandlung der Häftlinge habe ich richtig Gänsehaut bekommen“, sagt Annika Pinger.

Eine Pause zur Regenerierung war den Fahrtteilnehmern zunächst noch nicht vergönnt, denn ein Besuch der Gedenkstätte „Berliner Mauer“ stand anschließend auf dem Programm, wo sie an einer Führung entlang der Bernauer Straße teilnahmen und von teils gelungenen, teils aber auch tödlichen Fluchtversuchen erfuhren.

Rückwärts ging es am Donnerstag in der Geschichte. An diesem Tag drehte es sich thematisch um das Dritte Reich. Das Tagesprogramm sah den Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Sachenhausen, des Museums „Topographie des Terrors“ sowie der „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ vor.

„Hier an Ort und Stelle sind die Eindrücke viel intensiver, so etwas kann ein Geschichtsbuch gar nicht vermitteln“, so Anton Kaus.

Am Freitag, dem Tag der Abreise, stand nur noch der Besuch des Filmmuseums im Sony Center an, in welchem ein großer Nachlass Marlene Dietrichs zu bewundern war. Kino und Film als Propagandainstrument war ein Schwerpunkt der Museumsführung.

„Es war einfach eine runde Sache. Die Woche hat Spaß gemacht und gelernt hat man dabei auch noch viel“, sagt Konstantin Wendt, der sowohl die Meinungen der 41 Schülerinnen und Schüler, als auch die der Fahrtenleiter Jessica Küster und Michael Elster aufgriff, die beide sehr stolz auf die gelungene Fahrt und die tüchtigen Schülerinnen und Schüler sind.

von Elena Imhof und Julian Lowell

In der Gedenkstätte Hohenschönhausen sprechen die Schülerinnen und Schüler mit einem Zeitzeugen über seine Erlebnisse in diesem Stasi-Gefängnis
Eingang der Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen
Das Holocaustmahnmal in Berlin
Vor dem Reimstagsgebäude wird eines von vielen Kurzreferaten zur Einstimmung gehalten

Fotos: Michael Elster

Besuch von ehemaligen KZ-Häftlingen an der Wiesbadener Gutenbergschule

Zehn Uhr vormittags. Aula der Gutenbergschule. 180 Schüler sind versammelt, und man könnte eine Stecknadel fallen hören. Auf dem Podium berichten vier Gäste aus Warschau von ihren schlimmen Erlebnissen während der Besetzung ihres Landes durch Nazideutschland. Nach dem Überfall auf Polen im September 1939 wurden die Schulen geschlossen, Lehrer, Pfarrer, Ärzte, die Intelligenz des Landes verhaftet.

 

Bei der heute 88jährigen Sabina Nawara traf es die gesamte Familie, die im Widerstand engagiert war. Zehn Tage Verhöre bei der Gestapo („Sie wollten Namen wissen.“), ein Zeitraum, über den sie ansonsten schweigt. Dann Transport nach Auschwitz, wo die Ankömmlinge kahl geschoren wurden, Tätowierung der Häftlingsnummer, Baracken, harte Arbeit, schlechtes Essen. „Wir hatten eine Zahnbürste, kein Handtuch, keine Toiletten“, erinnert sich Pani Sabina.

 

Eugeniusz Dąbrowskis Familie wurde denunziert, weil sie einem jüdischen Freund Zuflucht gewährte. Mitten in der Nacht stand ein SS-Kommando vor der Tür. „Zum Glück war der Jude zu diesem Zeitpunkt nicht bei uns, sondern im Haus einer meiner Schwestern. Sonst wären wir sofort erschossen worden“, sagt Dabrowski. Anders als in den übrigen besetzten Ländern galt in Polen auf das Verstecken von Juden die Todesstrafe. So wurden Mutter, drei Schwestern, ein achtjähriger Neffe und der junge Dabrowski „nur“ nach Auschwitz gebracht. Wie die anderen Zeitzeugen wurde er durch verschiedene Lager geschleust, musste in der Waffenproduktion arbeiten.

 

Schikanen, Übergriffe, willkürliche Festnahmen prägten die deutsche Besatzungszeit. Nach dem von der polnischen Heimatarmee organisierten Warschauer Aufstand Anfang August 1944 begannen die Nazitruppen, die Stadt zu evakuieren, Block für Block abzufackeln. Überall auf den Straßen lagen Leichenberge, die mit Benzin übergossen und angezündet wurden. „Am 10. August 1944 begann meine persönliche Tragödie“, erzählt Maria Stroińska, die damals 12 Jahre alt war. Wie viele andere wurde auch ihre Familie aus der Wohnung gezerrt, der Vater vor ihren Augen erschossen, die Mutter schwer verletzt. Die vier Jahre ältere Schwester kam ins KZ Neuengamme bei Hamburg, Maria selbst mit einem Kinder­transport nach Auschwitz. Es folgte der harte Frostwinter 1944, pseudomedizinische Versuche durch den berüchtigten KZ-Arzt Dr. Josef Mengele, die Evakuierung von Auschwitz, lange Fußmärsche nach Osten. Schließlich das „happy end“ mit der Rückkehr ins zerstörte Warschau. Die Mutter, krank zwar, hatte überlebt. „Ich hatte keine Kindheit“, sagt Maria Stroińska.

 

Ob und wie sie diese traumatischen Erfahrungen verarbeitet haben, wollen die Gutenberg­schüler wissen. Beiseite geschoben, ausgeblendet, jahrelang – so sei sie mit den Leiden umgegangen, erklärt die 88jährige Alina Dąbrowska. In beeindruckend gutem Deutsch übrigens, denn sie hat vor dem Krieg im Gymnasium die Sprache gelernt. „Wenn mich eine Bekannte aus dem Lager auf der Straße ansprach, sagte ich, ich kenne Sie nicht, ich war nicht dort.“ Unter langärmligen Pullovern habe sie die eintätowierte KZ-Nummer verborgen. Sie habe fünfzig Jahre gebraucht, bevor sie erstmals nach Auschwitz fahren konnte. So wie Maria Stroińska. Ob ihnen die Religion geholfen habe, und was die schlimmsten Ereignisse gewesen  seien, fragen die Schüler weiter. Ja, der Glaube sei eine wichtige Stütze, sagen die Gäste. Ge­meinsam hätten die Häftlinge Lieder gesungen und gebetet, die Hoffnung nicht aufgegeben.

 

Die schlimmsten Ereignisse? Die Nacktheit bei der Ankunft im KZ, sagt Sabina Nawara. Männer, Frauen, Junge, Alte. Ein Schock. Für Eugeniusz Dabrowski Weihnachten 1944: Während die Wachen „O Tannenbaum“ sangen, versuchten er und ein Mitgefangener, hungrig, Kartoffelschalen zu stehlen. Sie wurden entdeckt, misshandelt, schwer verletzt.

 

Die Polen freuen sich über das Interesse der Jugendlichen. Nach dem Krieg habe sie zunächst Angst gehabt, Deutsche zu treffen, sagt Alina Dąbrowska. Aber sie sei freundlich aufgenom­men worden. Den Kontakt nach Deutschland ermöglicht unter anderem der Evangelische Ver­ein Zeichen der Hoffnung.  Die Initiative mit Sitz in Frankfurt am Main, die seit 1977 besteht, versteht sich als deutsch-polnisches Versöhnungswerk. Sie unterstützt ehemalige KZ-Häft­linge und organisiert regelmäßig Kuraufenthalte.

 

Sabina Nawara bemerkt „viele traurige Gesichter“ im Publikum. Aber „das sind Leiden der Vergangenheit. Wir sind nicht hier, um anzuklagen.“ Immer wieder betonen die Gäste, die Bedeutung freundschaftlicher Beziehungen, Frieden, zumindest in Europa. Ihre Botschaft an die jungen Wiesbadener: „Seid aufmerksam, wenn respektlos mit Menschen umgegangen wird und engagiert euch, schreitet ein.“