Handyausstattung der Fünftklässler

„Alle haben eins!“ – „Stimmt nicht!“

Anfang Dezember 2016 wurde über das Staatliche Schulamt in Wiesbaden ein Smartphone-Elternbrief an alle Grundschulen in Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis verteilt, den wir an der Gutenbergschule schon seit 2013 jeweils vor den Sommerferien an die Eltern unserer kommenden Fünftklässler verschickt haben.

Nachdem die Zahl der Smartphonebesitzer in dieser Altersklasse in den letzten Jahren stetig zugenommen hatte, zeigte die Umfrage in den neuen fünften Klassen eine erfreuliche Trendwende:

Von 154 Kindern besitzen…

Kein Handy: 21 % (2016: 12 %)

Tastenhandy: 28 % (2016: 29 %)

Smartphone: 51 % (2016: 59 %)

Mit mobilem Internet: 20 % (2016: 23 %)

Das Smartphone über Nacht mit ins Kinderzimmer nehmen dürfen 27 % (2016: 46,4 %). Wer möchte, dass sein Kind ausreichend Schlaf bekommt, sollte das auf keinen Fall erlauben.

In den einzelnen Klassen besitzen kein Smartphone:
5a, 16 Kinder
5b, 11
5c, 18
5d, 13
5e, 17.

Trotzdem haben Eltern berichtet, ihr Kind habe zuhause versichert, es sei das einzige ohne Smartphone… 😀

Nutzung sozialer Netzwerke/Messenger: Facebook 1,3 % (2 Kinder, 2016: 4,8 %), WhatsApp 39 % (2016: 48%), Instagram 7,8 % (2016: 10,7 %), Snapchat 13 % (2016: 17,3 %), Musical.ly 11 % (2016 nicht erhoben).

Diese Regeln gelten naürlich nicht nur für Fünftklässler 😉

Am dritten Schultag gab es noch in keiner Klasse eine WhatsApp-Klassengruppe. Ich habe den Kindern deutlich gemacht, dass wir Klassenchats in dieser Altersgruppe für keine gute Idee halten, dennoch haben wir vorbeugend allgemeine Chatregeln besprochen, die wir aus den bisherigen Chaterfahrungen der Kinder abgeleitet haben: Was habt ihr erlebt, was ging schief, wie reagiert man richtig, was ist erlaubt/verboten?

Die Umfrage und die Chatregeln nahmen ca. 20 Minuten in Anspruch.

Dabei ging es um Ausdrucksweise und Inhalte, Verhalten bei Streitigkeiten und Mobbing (was ist der Unterschied?), Kettenbriefe, Aufnahmen von anderen, etc.

Am 11. September in der 3./4. Stunde gibt es für alle Fünftklässler einen Vortrag von mir in der Aula zum Thema „Was müssen Fünftklässler über das Internet wissen?“ Dabei wird es um die Basics von Privatsphäre & Datenschutz, Schutz vor sexuelle Belästigung, Cybermobbing, Videospiele, Falschmeldungen, Downloads, Kostenfallen, Urheberrecht und Schadsoftware gehen. Anschließend besuche ich jede Klasse noch einmal für eine Unterrichtsstunde, um Fragen zum Vortrag zu klären und die zahlreichen Geschichten zu hören, die die Kinder zu diesem Thema zu erzählen haben. Am 20.09.17 um 19:30 Uhr folgt dann der Medienelternabend für die Klassenstufe 5, den der Schulelternbeirat zur Pflichtveranstaltung erklärt hat.
Mit diesem Gesamtpaket haben wir in den letzten Jahren erreicht, dass es in der Unterstufe kaum nennenswerte Vorfälle in Sachen Smartphones/Soziale Netzwerke gab.

Es bleibt aber weiterhin spannend. Aktuell wird die Handyausstattung an den 54 anderen weiterführenden Schulen im Schulamtsbereich abgefragt, um einen Überblick zu erhalten, ob der Elternbrief einen flächendeckenden Effekt hatte, und um auch bei Elternabenden an anderen Schulen das „alle haben das“-Argument widerlegen zu können… 🙂

Günter Steppich

Beauftragter für Medienerziehung der Gutenbergschule

Wire – das bessere WhatsApp

Nach den letzten Gesprächsrunden in unseren fünften Klassen zum Thema Internet bin ich mehr denn je überzeugt, dass Kinder nicht WhatsApp, sondern – wenn überhaupt – andere, (kinder-)sichere Messenger wie Threema oder Wire nutzen sollten, bei denen keine persönlichen Daten an die Kontakte übermittelt werden, und v.a. nicht an Fremde. Viele der Kinder berichteten, dass sie ungefragt zu irgendwelchen Gruppen hinzugefügt wurden, wodurch ihre Handynummern wildfremden Menschen bekannt wurden. Ein klares No-Go in dieser Altersklasse – selbst ich als Erwachsener möchte exklusiv bestimmen können, wer meine Handynummer erfährt.
Dazu kommt, dass WhatsApp seit August 2016 Kontakt- und Metadaten sowie das Profilbild und die Statusmeldung an Facebook weitergibt. Bis zur Klärung datenschutzrechtlicher Einwände ist diese Weitergabe aktuell angeblich ausgesetzt – überprüfen lässt sich das allerdings nicht. „Metadaten“ enthalten u.a., wer wann und wie lange mit wem kommuniziert hat. Das bedeutet, dass Facebook durch WhatsApp sogar von Menschen, die gar keinen Facebookaccount besitzen, erfährt, mit wem sie bekannt sind – eine mächtiges Argument, um zielgruppenspezifische Werbung teuer verkaufen zu können. Inzwischen haben etliche Messenger in puncto Funktionaltät mit WhatsApp gleichgezogen oder es sogar überholt, sodass es – außer Bequemlichkeit – keinen Grund mehr gibt, an diesem Datenkraken festzuhalten.
Die klar bessere Alternative ist aus meiner Sicht aktuell das kostenlose „Wire“: Der Anbieter stammt aus der Schweiz mit Niederlassung in Berlin, und außer dem Nutzernamen werden keinerlei persönliche Angaben übertragen, weder in Gruppen, noch in der persönlichen Kommunikation. Zusätzlich zu den von WhatsApp bekannten Funktionen bietet Wire Videotelefonie, animierte GIFs und eine Malfunktion für Zeichnungen und handschriftliche Nachrichten.
Zudem ist der Messenger auf Android, iOS, Windows Phone, an PC und Mac sowie in allen aktuellen Browsern gleichzeitig auf mehreren Geräten mit demselben Account nutzbar – es wird also auch niemand von der Kommunikation ausgeschlossen, der kein Smartphone besitzt – ein weitereres, spielentscheidendes Argument bei Kindern und Jugendlichen! Zum Erstellen eines Accounts genügt eine beliebige E-Mail-Adresse (diese sollte, wie bei allen Anmeldungen im Netz, nicht den Namen des Kindes enthalten).
Inhaltlich muss man natürlich dieselben Aspekte beachten und mit den Kindern zu besprechen wie bei WhatsApp: Cybermobbing und das Teilen problematischer Inhalte kann kein noch so sicherer Messenger verhindern.
Weitere Informationen zu WhatsApp:
 
Günter Steppich

Schulamtsweite Initiative zum Thema Smartphones

Das Anschreiben, das die Eltern unserer kommenden Fünftklässler seit drei Jahren schon vor den Sommerferien erhalten, wurde nun schulamtsweit in Namen aller weiterführenden Schulen an alle Grundschuleltern verteilt. Kernbotschaft: Smartphones in Kinderhänden verursachen mehr Schaden als Nutzen und alle weiterführenden Schulen raten dringend davon ab, bereits Fünftklässlern (oder gar Grundschülern) ein solches High-Tech-Gerät zu überlassen, das letztlich nichts anderes ist als ein internetfähiges Mini-Notebook ohne mechanische Tastatur – aber mit Vollzugang zur Erwachsenenwelt.

http://www.medien-sicher.de/2016/12/elternbrief-smartphones-grundschulen/

Smartphones überfordern Kinder – Bericht aus dem Unterricht

Es gibt ja ausreichend Leute, die der Meinung sind, Kinder könnten vernünftig mit Smartphones umgehen, wenn man es ihnen beibringt. Dann berichte ich mal von meiner gestrigen Unterrichtsstunde dazu in einer unserer fünften Klassen. Es gibt keine Regelstunden für Medienerziehung, ich lasse mich dafür in Vertretungsstunden einsetzen. Vorausschicken muss ich, dass wir eine ausgesprochen entspannte und pflegeleichte Schülerklientel haben, als Referent an vielen anderen Schulen erlebe ich dort ganz andere Herausforderungen.

Voraussetzungen: Ich habe die Eltern in einem verbindlichen Medienelternabend zu Beginn des Schuljahres (über 90% Teilnahme) ausführlich gebrieft, die Kinder haben eine Doppelstunde bei mir mit Internetbasics hinter sich, auch zum Thema Verhaltensregeln in Chats, und es war schon Thema in Klassenleiterstunden.
Die Stunde ist kein typischer Unterricht, sondern eine lockere Gesprächsrunde mit 30 Kindern.
– 15 Kinder haben ein Smartphone, 14 WhatsApp
– viele äußern sich genervt über die Klassengruppe(n) und berichten von 400-500 Nachrichten täglich
– etliche sagen, dass sie damit sehr viel Zeit verschwenden
– man verlässt die Gruppe und wird einfach wieder hinzugefügt, sodass man anfängt, Mitschüler zu blockieren
– zeitweise gibt es 9! Klassengruppen, weil jeder Admin sein will
– wenn man mehrere zu Admins macht, werfen die sich gegenseitig aus den Gruppen, wenn es Streit gibt, und den gibt es permanent
– alle sagen, dass in den Gruppen fast nur Müll geschrieben (hallo, hi, was macht ihr so?, is was in Deutsch auf?) wird und so gut wie nichts Brauchbares
– einer sagt “die Angst dauernd was zu verpassen, hat man nur, wenn man ein Smartphone hat”
– auf die Frage, ob sie online oder auf dem Handy schon Inhalte gesehen haben, die sie als unangenehm empfanden, kommt: Sexvideos, Gruselsachen, Pornos (mehrere Mädchen fragen, was das ist…), brutale Sachen, ein Video in dem ein Mann zu “can’t touch this” seinen Penis schwingt (der Penis wird dabei peinlich-blumig umschrieben), Kettenbriefe mit Morddrohungen, sexuelle Übergriffe in Chats auf Minecraft-Servern, etc.
– wir beschließen, dass in der nächsten Klassenleiterstunde Chatregeln formuliert und als Poster ausgehängt werden.
Die Stunde ist in Nullkommanix vorbei. Auf die Frage, wer gerne jede Woche so eine Stunde hätte, melden sich alle.
Ich beschließe, dass ich mich noch öfter in dieser Klasse als Vertretung einteilen lassen werde, habe aber keine Hoffnung, dass sich das Problem damit in den Griff bekommen lässt – es sind eben noch Kinder, die mit dieser Technologie für Erwachsene schlicht überfordert sind.
Ach ja, wir haben aktuell sechs Klassen in der Jahrgangsstufe 5…
Noch Fragen?

Öffnungszeiten des CDI (H121) ab Montag, 14. November 2016

Die Englisch-Französisch Bibliothek im Hauptgebäude (H121) ist ab Montag, 14. November 2016 für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis Q3  in den folgenden Stunden geöffnet:

montags 3.+4. sowie 7. Stunde

dienstags 6.+7. Stunde

mittwochs 3. und 6. Stunde

donnerstags 7. Stunde

freitags 5. Stunde

Die Bibliothek ist dabei als Arbeitsraum gedacht, in dem ungestört und in Ruhe gearbeitet werden kann. Hierzu gilt es zum Wohle aller, die folgenden Regeln unbedingt einzuhalten:

– Essen und Trinken sind nicht gestattet.
– Tische, Stühle und alle Materialien sind sauber zu halten.
– Die PCs dürfen nur mit Erlaubnis der Aufsicht benutzt werden.
– Die Jalousien dürfen nur von der Aufsicht bedient werden.
– Alle Materialien, die zum Lesen oder Arbeiten aus den Regalen entnommen werden, müssen nach Gebrauch wieder an den richtigen Platz zurückgestellt werden.
Die Bücherausleihe ist zurzeit noch nicht möglich, da die Bücher erst noch inventarisert werden müssen.

Die Öffnungszeiten werden auf dem Plan an der Tür vermerkt und es wird auch ein Schild aushängen.

Die Aufsicht führen Oberstufenschüler oder Lehrer auf freiwilliger Basis. Hierfür im Voraus ein herzliches Dankeschön für das Engagement!!

Bye bye WhatsApp

WhatsApp steht seit seinem Erscheinen aus Datenschutzgründen in der Kritik, insbesondere weil die App ungefragt sämtliche Handykontakte auf Server in den USA herunterlädt und dort permanent synchronisiert. Verkauft wird das den Nutzern als Service, um bequem sehen zu können, welche Kontakte ebenfalls WhatsApp nutzen, seriöse Anbieter holen dazu allerdings die Zustimmung der Nutzer ein und übertragen die Kontaktdaten nur temporär, gehasht (d.h. mit einem geheimen Schlüssel unkenntlich gemacht) und verschlüsselt. Diese Anforderungen erfüllen z.B. die alternativen Messenger Threema, Signal und Wire (siehe Seitenende).

Nachdem WhatsApp dem öffentlichen Druck ab Ende 2014 nachgab und eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einführte (anfangs nur zwischen Androidgeräten, seit April 2016 auf allen Geräten. Metadaten – wer kommuniziert mit wem – laufen weiterhin unverschlüsselt über die Server), beruhigte sich die Kritik ein wenig, aber nach der einschneidenden Änderung der AGB im August 2016 ist WhatsApp für mich endgültig nicht mehr tragbar.

Der Knackpunkt:  Mit der unvermeidlichen Annahme der AGB muss man erklären, dass man autorisiert ist, seine Kontakte regelmäßig an WhatsApp (und damit auch Facebook) weiterzugeben. Das ist nach deutschem Datenschutzrecht unmöglich, es sei denn, man holt die schriftliche Zustimmung aller Kontakte ein. Legal kann WhatsApp in Deutschland nach diesen Änderungen definitiv nicht mehr benutzt werden. Wer den „Freundefinder“ von Facebook genutzt hat, hat damit übrigens auch sämtliche Daten seiner Kontakte, insbesondere Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse, ohne deren Zustimmung an Facebook ausgeliefert…

Zum Zweiten werden nun „WhatsApp-Account-Informationen“ an Facebook weitergegeben – welche das genau sind, wird nicht offengelegt, die Handynummer auf jeden Fall, aber WhatsApp sichert sich in seinen AGB auch umfangreiche Rechte an Profilbildern und Statusmeldungen. Besonders unmittelbare Konsequenzen hat diese Neuerung für User, die ihre Handynummer bei Facebook angegeben haben und damit 1-1 identifizierbar sind. Wer allerdings die Facebook-App oder den Facebook Messenger auf Mobilgeräten benutzt, dürfte auch ohne das Hinterlegen der Handynummer bei Facebook längst zugeordnet sein, denn die umfangreichen Berechtigungen dieser Apps (Geräte-ID, Identität, Kontakte, SMS…) lassen vermuten, dass diese Informationen längst ausgelesen sind.
Auch wenn man die geschickt versteckte Widerspruchsoption entdeckt (bei der Annahme der neuen AGB im Kleingedruckten ganz unten oder danach 30 Tage lang unter „Einstellungen – Account“), bewirkt das nur, dass diese Daten aktuell (noch) nicht für Werbezwecke genutzt werden – übertragen werden sie trotzdem an Facebook, in dessen Verwaltungsrat WhatsApp-Gründer Jan Koum seit dem Verkauf von WhatsApp an Facebook (Kaufpreis 19 Mrd. $) im Februar 2014 sitzt. Nach der Übernahme versicherte Koum in zahlreichen Interviews treuherzig, dass WhatsApp selbstverständlich autark bleiben würde und dass keine Nutzerdaten mit Facebook geteilt würden. Aber was schert ihn sein Geschwätz von gestern…

Zum Dritten offenbaren die neuen AGB, mehr schlecht als recht verklausuliert, dass nun Werbung auf WhatsApp eingeführt wird: „Wir möchten Möglichkeiten erkunden, wie du und Firmen über WhatsApp miteinander kommunizieren können […] Nachrichten, die du erhältst, die Marketing enthalten, könnten Angebote zu etwas enthalten, das dich interessiert.“

Von daher kann man nur jedem wärmstens empfehlen, diesem Datenkraken, der sich zynischer Weise in seinen AGB für seine strengen Datenschutzprinzipien („Respekt für deine Privatsphäre ist in unseren Genen programmiert“) feiert, ebenfalls die rote Karte zu zeigen und auf einen wirklich privaten Messenger zu wechseln.

Nebenbei wurde mit den neuen AGB die bisherige Altersgrenze dem amerikanischen Rechtsstandard angepasst und von 16 auf 13 Jahre heruntergesetzt, verbunden mit dem Hinweis, dass bei unter 13jährigen explizit die Erziehungsberechtigten für die Nutzung des Accounts verantwortlich sind: „Wenn du nicht alt genug bist, um in deinem Land berechtigt zu sein, unseren Bedingungen zuzustimmen, muss dein Elternteil oder Erziehungsberechtigter in deinem Namen unseren Bedingungen zustimmen.“ Letzteres freut zumindest die Schulen, die nun mit dem Hinweis auf diesen Passus diejenigen Eltern von unter 13jährigen in die Pflicht nehmen können, die das Thema Medienerziehung liebend gerne an die Schulen outsourcen möchten.

Alternativen: Wer eine sichere Alternative zu WhatsApp sucht, sollte sich Threema ansehen. Der Hersteller sitzt in der Schweiz, die App lässt sich auch nur mit der Threema-ID ohne Preisgabe persönlicher Daten und des Adressbuchs nutzen. Sie bietet inzwischen denselben Funktionsumfang wie WhatsApp und kostet einmalig 2,99 € (Android und iOS) bzw. 2,99 $ (Windows Phone), die wirklich gut angelegt sind. Der Anbieter vermeldet aktuell deutlich gestiegene Nutzerzahlen und hat auf die neuen WhatsApp-AGB mit einem 50%-Rabatt reagiert, der allerdings am 8.9.16 endet.
Vom Funktionsumfang her nachgezogen hat auch SIMSME, das kostenlos von der Deutschen Post für iOS, Android und Windows Phone zur Verfügung gestellt wird.
Auch die kostenlosen Open Source Messenger „Signal“ (Favorit von Whistleblower Edward Snowden) von Open Whisper Systems und „Wire“  sind echte Empfehlungen.
Alle genannten Messenger setzen bei Android-Handys allerdings mindestens Android 4.x voraus, was auch Sinn macht, da ältere Androidversionen wegen massiver Sicherheitslücken nicht mehr zu empfehlen sind. Da WhatsApp Ende 2016 ältere Android- und WindowsPhone-Betriebssysteme sowie Blackberry Handys nicht mehr unterstützen wird, ist aber auch das kein Argument, an WhatsApp festzuhalten.
Telegram“ ist nicht zu empfehlen, da es die Kontakte ungefragt und unverschlüsselt überträgt und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nur in „geheimen“ Chats bietet.
Eine Übersicht mobiler Messenger und ihrer Funktionen findet sich unter https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_mobilen_Instant-Messengern
In jedem Fall muss man dann allerdings auch seine Kontakte zum Umstieg bewegen und dafür hartnäckige Überzeugungsarbeit gegen die blauäugige „ich hab doch nichts zu verbergen“-Fraktion leisten…

Ich habe allen meinen Kontakten mitgeteilt, dass ich WhatsApp nicht mehr nutze und, oh Wunder, die Anzahl der Kontakte auf Threema, Signal und Wire hat bereits erheblich zugenommen!

Es gibt ein Leben nach WhatsApp! 😉

Wichtig: WhatsApp unbedingt in der App unter „Einstellungen – Account löschen“ entfernen, sonst bleiben Backups auf WhatsApp-Servern und können evtl. wiederhergestellt werden, wenn man irgendwann seine Handynummer wechselt und jemand, der die alte Nummer bekommt, WhatsApp installiert!

Günter Steppich

=> weitere Informationen: Was man über WhatsApp wissen sollte

Gutenbergschüler als Kreissieger beim Mathematik-Wettbewerb geehrt

Bei der 2. Runde des diesjährigen Mathematik-Wettbewerbs des Landes Hessen erreichte Daniel Zinnkann (Klasse 8a) einen 1. Platz.

CIMG7403Die Ehrung durch Vertreter des Kultusministeriums und des Arbeitgeberverbandes HESSEN METALL fand heute in der Aula der Elly-Heuss-Schule in Wiesbaden statt. Mit erreichten 48 von 48 möglichen Punkten in der 2. Runde wurden Daniels Leistungen besonders hervorgehoben.

Herzlichen Glückwunsch!

Vor der Ehrung stand aber noch am Vormittag die Endrunde des Mathematik-Wettbewerbs an, in der die besten Mathematiker der 8. Klassen in Hessen ermittelt werden. Ob Daniel es unter die besten 6 und damit zur Landessiegerehrung schaffen wird, entscheidet sich im Laufe der kommenden Woche.

Wir drücken die Daumen!

Ein Dank gilt an dieser Stelle auch den Lehrpersonen, die Daniel bei der Vorbereitung auf die verschiedenen Runden des Mathematik-Wettbewerbs unterstützt haben: Frau Kramer (Mathematiklehrerin 8a) und Herr Dr. Grund (Vorbereitungskurs zur 2. Runde).

„Stop Cybermobbing“ für die Klassenstufe 7

Heute fand die alljährliche Aufklärungsveranstaltung zum Thema „Cybermobbing“ für die Jahrgangsstufe 7 in der Aula statt, die an der GBS schon seit 2008 durchgeführt wird.

Günter Steppich, der Jugendmedienschutzbeauftragte der Gutenbergschule, zeigte in der Doppelstunde zunächst anhand des Kurzfilms „Let’s fight it together“ auf, was genau bei Cybermobbing passiert, wie es auf Betroffene wirkt und welche unterschiedlichen Rollen die Beteiligten dabei einnehmen. Anschließend wurde besprochen, wie man sich in solchen Fällen verhalten sollte bzw. was man tun kann und muss, um Fälle von Mobbing und Cybermobbing möglichst schon im Ansatz zu verhindern. Auch der entscheidende Unterschied zwischen einem alltäglichen, „normalen“ Streit und Mobbing wurde besprochen: Mobbing belastet die Betroffenen langfristig, weil sie keinen Weg finden, sich gegen die Übermacht der Täter zu wehren und nicht ausreichend Unterstützung von Mitschülern bekommen – sie fühlen sich hilflos und isoliert. Ein Streit verläuft dagegen auf Augenhöhe und ist nach kurzer Zeit beigelegt, ohne dass einer der Beteiligten dauerhaft darunter leidet.

Sehr ausführlich wurde dann das Thema „Sexting“ (Sex + Texting) angesprochen, das leider in manchen Fällen (Cyber-)Mobbing zur Folge hat: Ursprünglich als SMS-Flirt entstanden, hat es sich inzwischen auf das Versenden freizügiger Fotos und Videos erweitert, was zu öffentlichen Bloßstellungen und Mobbing führen kann, wenn privat und vertraulich versendete Aufnahmen an die Öffentlichkeit geraten. Häufig geschieht das als Racheaktion nach dem Ende einer Beziehung. Anhand einiger Fälle aus seiner Beratungsarbeit machte Günter Steppich das Problem deutlich, zeigte die Folgen für Opfer und Täter auf, erklärte die strafbaren Handlungen (Verletzung von Persönlichkeits- und Bildrechten, Herstellung und Verbreitung von Kinder- und Jugendpornographie) und gab Verhaltenstipps und Denkanstöße zum Umgang mit diesem Thema.

Anschließend ging es um Sicherheitsaspekte von Smartphones und Einstellungsmöglichkeiten aktuell beliebter Apps wie Whatsapp, Instagram, Snapchat und Dating Apps. Anhand vieler Beispiele wurde aufgezeigt, welche Risiken bei der Nutzung bestehen und wie sich diese kontrollieren bzw. vermeiden lassen. Konkret ging es um sichere Alternativen zu WhatsApp (Threema/SIMSME), die Privatsphäreeinstellung von Instagram, die Tatsache, dass sich mit Snapchat verschickte Bilder kinderleicht sichern oder wiederherstellen lassen, und dass sich in Dating Apps wie Lovoo und Tinder auch zahlreiche zwielichtige Gestalten mit gefälschten Profilen tummeln, die auf sexy Fotos von Kindern und Teenagern stehen und zum Teil auch versuchen, diese zu persönlichen Treffen zu überreden.

Im letzten Themenblock ging es neben der Ablenkung durch Handys bei den Hausaufgaben auch um gesundheitliche Aspekte: Mögliche Fehlentwicklung der Augen durch Mangel an Aktivitäten im Freien, Schlafmangel durch Handys im Kinderzimmer und Gefahren, die im Straßenverkehr durch Handy-Ablenkung entstehen. Der Aufklärungsspot der Schweizer Polizei „Zaubertrick mit dem Smartphone im Strassenverkehr„, dessen Schockeffekt das Unaufmerksamkeitsproblem sehr deutlich macht, bildete den Schlusspunkt der Veranstaltung.

Deutlich wurde am Ende, dass diese Doppelstunde längst nicht mehr ausreicht, um diesem immer komplexer werdenden Thema gerecht zu werden. Zum einen müssten man mit jeder einzelnen Klasse arbeiten, um ausführlich auf die vielen Fragen der SchülerInnen eingehen zu können, die im Verlauf dieser Veranstaltung nicht beantwortet werden konnten. Zum anderen könnte man problemlos jede Woche eine Unterrichtsstunde zu diesem Thema halten, wenn die Schule entsprechende Stunden dafür zur Verfügung hätte! Die Jugendlichen zeigen sich extrem interessiert daran, wie die große Aufmerksamkeit und Mitarbeit in diesen Veranstaltungen immer wieder belegt. Zuhause werden diese Inhalte leider nur den wenigsten Kindern vermittelt – die aktuelle Elterngeneration tut sich nach wie vor sehr schwer mit diesem so wichtigen Erziehungsthema.

Mit Aufklärungsarbeit zu Cybermobbing lässt sich viel Stress vermeiden!
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Smartphones brauchen smarte User
Smartphones brauchen smarte User, digitale Kommunikation will gelernt sein
Wer hat den inneren Elefanten im Griff?
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Ein Blick ins Gehirn
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Passwortcheck: Wer steht am Ende noch?
Passwortcheck, hm… Wer steht am Ende noch?
Vorsicht bei Dating-Apps!
Vorsicht bei Dating-Apps!