Erklärvideo zum Thema Bildschirmkonsum und Schulleistungen

Ich habe mal versucht, das hochkomplexe und kontrovers diskutierte Thema „Bildschirmkonsum und Schulleistung“ in einem Erklärvideo zu verarbeiten. Wurde die Schulkrise der Jungen seit Beginn der 90er durch exzessiven Bildschirmkonsum verursacht? Ich bin mir da absolut sicher! Fast jeder 5. Junge spielt an Schultagen 4 und mehr Stunden, das ist schlicht nicht schulkompatibel. Auf die anderen, leicht zu widerlegenden Erklärungsversuche für diese Entwicklung gehe ich im Video ein, ebenso auf die Frage, wie und wann das Gehirn Informationen und abspeichert und wie Bildschirmkonsum diese Prozesse beeinträchtigen kann.
Dass Jungen im Schuljahr durchschnittlich 160 Stunden weniger in Hausaufgaben und Lernen investieren, ist in Sachen Schulerfolg allerdings selbsterklärend, auch ohne Erkenntnisse aus der Hirnforschung… 😉
Nach ca. 30 Stunden Bastelarbeit ist das Ergebnis jetzt online…💪
Zum Glück habe ich mein Abi schon in der Tasche 😉
Qualitätskontrolle und Endabnahme fand erfolgreich in der 7a statt.
Auf weitere Rückmeldungen bin ich gespannt.
 
Günter Steppich

https://youtu.be/vpWAvZe8K-U

 

 

Der Mistkäfer und die Milchstraße

Eine interessante Lesung mit Verena Reinhardt am 15.11.2019

Wusstest du, dass sich ein Mistkäfer beim Rollen seiner Dungkugel an der Milchstraße orientiert? Ich wusste es jedenfalls nicht, bis ich es von Verena Reinhardt beim diesjährigen bundesweiten Vorlesetag in der Aula der GBS hörte. Sie ist Biologin und Schriftstellerin, hat zu Insekten geforscht und muss es daher wissen. Diese ungewöhnliche Orientierung des Mistkäfers gab mit den Anstoß für ihr neuestes Buch, das sie in Auszügen den gespannt lauschenden Fünftklässlern der Gutenbergschule vorlas. Die Hauptfigur des Romans, der Mistkäfer Herr Schnettelbeck, begibt sich darin auf die Suche nach den verschwundenen Sternen. Er vermutet zunächst einen Diebstahl, ist damit aber auf dem Holzweg. Bis zur Lösung des Rätsels muss er noch etliche Abenteuer in der Unterstadt bestehen. Und die größte Hilfe hierbei leisten ihm einige Wirbeltiere, darunter auch eine Menschendame namens Tinea, die höchstens fingergroß ist.

Mit doppelbödigem Humor und leichter Feder greift Verena Reinhardt aktuelle Themen wie Diskriminierung, Umweltschutz und Populismus auf. Der Roman ist gespickt mit Anspielungen, die auch erwachsene Leser amüsieren.

Und die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen haben jede Menge Fragen an die Autorin gestellt, z. B. ob sie ihre Bücher auswendig könne. Dies musste Frau Reinhardt verneinen. Sie hat aber auf ein intensives Korrekturlesen verwiesen, so ungefähr sechs Mal, bevor ein Buch vom Verlag zum Drucken  geschickt werde. Deswegen würden sich einige Passagen der Geschichte sehr gut einprägen.

„Wird es eine Verfilmung Ihrer Bücher geben?“, lautete eine Frage aus dem Publikum. Dies entscheide der Verlag, der alle Vermarktungsrechte an ihren drei Büchern für 10 Jahre erhalten habe. Bisher sei nichts dergleichen geplant, jedoch würde sie sich natürlich sehr darüber freuen.

Bis dahin bleibt zu lesen und vorlesen die erste Wahl, um sich an den phantasievollen Geschichten zu erfreuen!

Gelesen wurde aus folgendem Buch:

Verena Reinhardt „Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne“

Beltz und Gelberg 2019

 

Weitere Bücher der Autorin:

„Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“ 2016

„Die furchtlose Nelli, die tollkühne Trude und der geheimnisvolle Nachtflieger“ 2017

Projekt der Klasse 7s am Staatstheater

Von August bis September 2019 nahm die Klasse 7s im Rahmen des Deutschunterrichts an einem Projekt des Wiesbadener Staatstheaters teil. Die Klasse übernahm eine sogenannte „Patenschaft“ für eine Theaterproduktion der laufenden Spielzeit, in diesem Fall für das Stück „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zaunes schaute“ von Jens Raschke. Darin geht es um die Geschichte einiger Tiere, die in dem -auf historischem Vorbild beruhenden- Zoo des Konzentrationslagers Buchenwald leben und unterschiedliche Möglichkeiten verkörpern, wie man auf das Unrecht, das außerhalb des Zoos geschieht, reagieren kann.

Durch die verschiedenen Elemente dieser Patenschaft setzten sich die Schüler sehr intensiv mit dem Stück auseinander. Zur Einstimmung besuchte uns Frau Anne Tysiak vom Staatstheater im Unterricht und führte die SchülerInnen anhand verschiedener theaterpädagogischer Methoden an das Stück heran. Des Weiteren hatten wir die Gelegenheit, zwei Proben des Stücks in der Spielstätte Wartburg zu besuchen, eine davon zu Beginn der Probenzeit auf der Probebühne, die andere als Hauptprobe auf der offiziellen Bühne. Schließlich besuchten wir auch eine reguläre Aufführung. Im Anschluss an die Proben erhielten die SchülerInnen Gelegenheit, mit dem Regisseur und den Schauspielern zu reden und ihnen ihre Eindrücke und Fragen zu dem Stück mitzuteilen.

Weiterer Bestandteil der Patenschaft war eine Führung durch das Wiesbadener Staatstheater.

Dieses Angebot des Staatstheaters war für die Klasse und auch für mich als ihre Deutschlehrerin sehr anregend und hat allen viel Spaß gemacht.

Einige Schülerbeiträge, die während der Beschäftigung mit dem Stück im Unterricht entstanden sind, sind mit der Homepage des Theaters verlinkt:

https://www.staatstheater-wiesbaden.de/download/23719/patenklasse_was_das_nashorn_sah.pdf

Gutenbergler beim Frankfurt-Marathon

Wie in jedem Jahr nahmen auch diesmal wieder viele Gutenbergler am Frankfurt-Marathon am letzten Oktober-Sonntag teil. Die Vorbereitung lag in den Händen des Lehrer-Trainers Diedrich Meyn, der dabei wieder vom Elternvertreter Klaus Doesseler unterstützt wurde. Die Abläufe mit Anreise vom Wiesbadener Hauptbahnhof aus, Eintreffen auf dem Platz hinter der Festhalle, Vorbereitungen auf den Lauf und dem Start an der Ludwig-Erhard-Anlage sind mittlerweile so eingeübt und routiniert, dass Lehrer, Eltern und Kinder sich in aller Ruhe auf ihren Start vorbereiten konnten und den Lauf durch Frankfurts Straßen einfach nur genießen konnten. Vorbei ging es dann an Tausenden von Zuschauern entlang der Strecke, an der auch Musikgruppen zu der guten Stimmung beitrugen. Der Höhepunkt war dann wie immer der Zieleinlauf in die Frankfurter Festhalle über den roten Teppich, der bei Musik, Moderation und Lichteffekten zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde. Hinter dem Ziel wurden alle Läufer mit einer aufwendig gestalteten, massiven Medaille ausgezeichnet, welche das Bild zeigt.

59 Kinder nahmen am Mini-Marathon teil, das ist ein Zehntel der Originaldistanz, also 4,2 Kilometer. Alle Kinder erreichten wohlbehalten das Ziel, bei über 2000 Teilnehmern war es am Start gar nicht so einfach, sich den Weg zu bahnen. Es wurden trotzdem sehr gute Zeiten von unter 20 Minuten erzielt, welche auch auf das Ausdauertalent von diesen Kindern schließen lassen. Nachdem die Kinder außerhalb der Festhalle von ihren mitgereisten Eltern wieder in Empfang genommen wurden (und die Medaille um den Hals baumelte), löste sich die ganze Anspannung und mit einem Strahlen im Gesicht wurde mit Stolz die erreichte Leistung gefeiert. Es gab nur gutgelaunte Menschen, die die ganze Marathon-Atmosphäre an diesem Tag aufsaugen konnten.

Genauso war es beim Staffel-Marathon, wo sich vier Läufer die Gesamtdistanz teilten. Wie im Vorjahr waren wieder vier Gutenberg-Staffeln am Start, in diesem Jahr allerdings weniger mit Lehrer besetzt, sondern vor allem mit Eltern und auch zwei Oberstufenschülerinnen. Sehr positiv festzustellen ist, dass drei kurzfristige Ausfälle kompensiert werden konnten und drei Eltern von Mini-Marathonkindern einsprangen. Auch bei den Staffeln herrschte eine ausgelassene Stimmung, die An- und Abreise zu und von den Wechselzonen mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Frankfurt hatte Volksfestcharakter, es waren so viele Menschen unterwegs, die alle ein Ziel hatten. Das verbindende Element des Sports wurde offenbar. So waren auch alle Staffelläufer am Ende des Tages einfach nur glücklich über die erbrachte Leistung und es wurde hoch zufrieden der Heimweg angetreten.

Im nächsten Jahr findet der Frankfurt-Marathon am 25. Oktober statt, der Termin liegt wieder günstig eine Woche nach Ende der Herbstferien.

Diedrich Meyn

Paul Kester zu Besuch an der Gutenbergschule

Am Mitwoch, den 26. Juni 2019 hat Paul Kester (früher Paul Kleinstraß) als ehemaliger Schüler der Gutenbergschule und Zeitzeuge des Nationalsozialismus den Schülerinnen und Schülern der 9a und 9b von seinem Leben zur Zeit des Nationalsozialismus in Wiesbaden erzählt.

Paul Kester, als Kind jüdischer Eltern 1925 in Wiesbaden geboren, wuchs zunächst „ganz normal“ in einer mittelständischen Familie mit alter Familientradition auf und es war für ihn undenkbar, dass alles einmal anders kommen könnte.

1,5 Millionen jüdische Kinder wurden durch die Nationalsozialisten ermordet – Paul Kester hat überlebt und bezeichnet sich selbst als zu einer Minderheit zugehörig, die einfach Glück gehabt habe. Er empfindet es als seine Aufgabe anderen Menschen von seinen Erlebnissen zu erzählen – und so hat er uns von seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen zur Zeit des Nationalsozialismus erzählt.

Paul Kester erinnert sich, dass zur Zeit seiner Kindheit in Wiesbaden viel Armut vorherrschte, Bettler das Straßenbild prägten, es oft politische Unruhen gab und vermehrt Schilder in den Straßen zu sehen waren, auf denen stand: „Die Juden sind unser Unglück.“ , „Die Juden sind schuld, dass wir den Krieg verloren haben.“ Und „Die Juden sind Verbrecher.“ Als Kind hat Paul Kester die Schilder nicht verstanden, denn in seiner Familie gab es ja keine Verbrecher…

1933, dem Jahr der Machtübernahme Hitlers, lebten in Wiesbaden über 3000 Menschen jüdischen Glaubens, bzw. jüdischer Herkunft. Sukzessive wurden in den folgenden Jahren den jüdischen Mitmenschen ihre Rechte entzogen. Paul Kester erinnert sich, dass zwei seiner Cousins nicht mehr studieren durften, arische Haushaltsangestellte nicht mehr in jüdischen Familien arbeiten durften und viele Familienmitglieder seiner Familie beschlossen hatten auszuwandern. Anfangs glaubte niemand, dass alles noch schlimmer werden würde.

Als guter Schüler wollte Paul Kester 1936 nach der Volksschule seine Ausbildung an einem Gymnasium fortsetzen. Nach verschiedenen Absagen an anderen Schulen in Wiesbaden, wurde er schließlich an der Gutenbergschule aufgenommen, die er von 1936 bis 1938 besuchte. An der GBS war auch sein Freund Leo Kahn, ebenfalls ein jüdischer Schüler, der mit ihm die gleiche Klasse besuchte. Leo Kahn war Paul Kesters bester Freund, den er heute noch vermisst.

Die Gutenbergschule beschreibt Herr Kester als gute und anspruchsvolle Schule.
Er und Leo Kahn wurden als jüdische Schüler an der GBS toleriert.
Paul Kester erinnert sich daran, dass im Unterricht „Rassenlehre“ durchgenommen wurde und die jüdischen Merkmale, „krumme Nase, große Ohren und miese Gesichtszüge“ dargestellt wurden, demgegenüber die arische Rasse mit blonden Haaren, eben wie „typische Norweger“ beschrieben wurde.
Paul Kester, zu dem Zeitpunkt 11 Jahre alt, hatte blonde Haare, eine gerade Nase und blaue Augen. Die Lehrer mussten zugeben, dass die beiden jüdischen Jungen nicht so wie in der Rassenlehre dargestellt, aussahen, meinten aber, dass es in der Theorie der „Rassenlehre“ so sei.

Paul Kestner erinnert sich weiterhin, dass seine Klassenkammeraden nach der Schule die Hitlerjugend besuchten und er in einen jüdischen Sportverein ging.

Auch Familie Kleinstraß beschäftigte sich zunehmend mit dem Gedanken auszuwandern. Es war aber schwierig in ein fremdes Land zu gehen, in dem man nicht erwünscht war, die Sprache nicht sprach und keine Arbeit hatte. 1938 wanderte Paul Kesters ältere Schwester im Alter von 14 Jahren zu Verwandten in die USA aus.

Ab dem Sommer 1938 verschärfte sich die Situation für jüdische Menschen und so auch für die Familie Kleinstraß. Am 10. November 1938 wurden Leo Kahn und Paul Kester vom Schulverwalter aufgefordert, wegen der Unruhen in der Stadt die Schule zu verlassen und nach Hause zu gehen. Die Synagoge am Michelsberg stand in Flammen. Vor dem Geschäft von Paul Kesters Vater hatte sich eine Menschenmenge gebildet, die die großen Schaufenster des Geschäfts zerstörte. Paul Kesters Vater wurde verhaftet, konnte fliehen und sich verstecken, bis er nach zwei Tagen wieder zur Familie zurückkehrte, von der Gestapo erneut abgeführt und ins KZ Dachau gebracht wurde.

Paul Kester und seine Mutter räumten das zerstörte Geschäft auf und Paul Kester und Leo Kahn gingen wieder zur Schule. Ab dem 15. November 1938 war es für jüdische Schülerinnen und Schüler nicht mehr möglich, staatliche oder kommunale Schulen zu besuchen.

Somit endete Paul Kesters Schulbesuch an der Gutenbergschule im November 1938.

Während einige Familienmitglieder der Familie Kleinstraß in das KZ Buchenwald oder KZ Sachsenhausen deportiert wurden und auch ein Cousin dort getötet wurde – offizielle Nachricht der Todesursache lautete „an Herzinfarkt gestorben“ -, kam Paul Kesters Vater aus dem KZ Dachau zurück und musste sich fortan wöchentlich bei der Gestapo melden. Als guter und trainierter Sportler hatte Paul Kesters Vater Dachau überstanden.

Weiterhin stellten sich auch die Kleinstraß die Frage, wie sie aus Deutschland herauskämen – solange sie keine Wertsachen mitnehmen würden, wäre es möglich gewesen das Land zu verlassen, allerdings war es nicht so leicht ein aufnehmendes Land zu finden.

Einige europäische Länder waren bereit jüdische Kinder aufzunehmen, so zum Beispiel England, die Niederlande oder Schweden.
Leo Kahn ging nach Amsterdam in die Niederlande zu Verwandten und wurde von dort aus später nach Ausschwitz deportiert, wo er getötet wurde.

Paul Kester gehörte zu den 500 jüdischen Kindern, die Schweden bereit war aufzunehmen. Er bekam ein Visum für Schweden und reiste am 15. Januar 1939 alleine mit dem Zug über Berlin nach Saßnitz und anschließend mit der Fähre nach Schweden. Bei seiner Ausreise wurden sein Geld und ein Buch beschlagnahmt. Als die deutsche Küste am Horizont verschwand, fühlte Paul Kester sich frei.

In Schweden angekommen, wurde Paul Kester von seinen Verwandten empfangen und besuchte dort die Schule bis er 16 Jahre alt war.

Den Kontakt zu seinen Eltern führte Paul Kester über Briefe. Die Post funktionierte gut. Mit Beginn des zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 wurde die Post zwischen Schweden und Deutschland kontrolliert und zensiert. Paul Kester erinnert sich, dass man aufpassen musste, was man schrieb und dass Bemerkungen über die Lebensverhältnisse in Deutschland zensiert wurden. Viele Jahre später, als er längst in den USA lebte, wollte er mit einer speziellen Methode herausfinden lassen, was in den zensierten Textpassagen der Briefe stand, die er allesamt aufgehoben hatte. Die zensierten Textpassagen waren chemisch eliminiert und ein Beispiel, so Paul Kester, für „deutsche Gründlichkeit“.

Im August 1942 schrieben Paul Kesters Eltern, dass sie Wiesbaden verlassen müssten – voraussichtlich nach Theresienstadt. Auch während der Inhaftierung in Theresienstadt, hatte Paul Kester Kontakt zu seinen Eltern. Die Post funktionierte weiterhin, denn „Ordnung muss sein“. Sechs Zeilen mit unbedeutendem Inhalt waren erlaubt.

Ein halbes Jahr später kam Paul Kesters Post, die an seine Eltern adressiert war, mit der Nachricht „abgereist“ wieder zurück. Erst später hat Paul Kester erfahren, dass seine Mutter und sein Vater von Theresienstadt nach Ausschwitz deportiert und dort direkt vergast wurden. Paul Kesters Großmutter ist in Theresienstadt verstorben – auch sie war für einen Transport nach Ausschwitz vorgesehen.

Paul Kester erlebte das Kriegsende im Mai 1945 mit gemischten Gefühlen. Er hatte viel verloren und zugleich die Möglichkeit, sein Leben wiederaufzubauen.

1946 fuhr Paul Kester erstmals in die USA, wo er seine Schwester und andere Verwandte wiedersehen konnte.

1947 reiste Paul Kester von Schweden mit einem Freund in die Niederlande. Auf ihrer Reise durchquerten sie mit dem Zug Norddeutschland mit Landschaften von endlosen Ruinen. Sie reisten auch nach Wiesbaden und er suchte die alte Wohnung seiner Familie auf. Alles war so, wie seine Familie es verlassen hatte. Die damalige Mieterin war nicht begeistert ihn zu sehen, gab ihm etwas Geld, aber letztendlich hatte Paul Kester kein Interesse an den Gegenständen – es waren die Menschen, die ihm fehlten.

1948 wanderte Paul Kester zusammen mit seiner Frau, die ursprünglich aus Berlin stammte, nach Los Angeles in die USA aus. Dort lebt Herr Kester bis heute.

Am Ende seiner Erzählung wandte Herr Kester sich mit den folgenden Wünschen an die zuhörenden Schülerinnen und Schüler:

  • –  Schätzt es, in einem freien Land in Demokratie zu leben!
  • –  Hasst keine anderen Menschen, auch wenn sie anders aussehen!
  • –  Zeigt, dass ihr tolerant seid!

 

Paul Kester bedankte sich, dass er bei uns an der Schule sprechen durfte und forderte die Schülerinnen und Schüler auf, Fragen zu stellen.

Auf die Frage …

…. nach seinen Gefühlen bei seiner Auswanderung nach Schweden antwortete Herr Kester, dass er einerseits traurig war, nicht mit seiner Familie auswandern zu können, aber andererseits auch froh war nach Schweden zu können. Insgesamt konnte er sich gut auf die neue Situation in Schweden einlassen und hatte sich schnell eingewöhnt.

… ob er als Jude heute Schwierigkeiten habe, antwortete Herr Kester, dass er in den USA keine Probleme habe, es als Kind für ihn in Deutschland aber schwer gewesen sei. In den USA ist er aktiv in vielen jüdischen Organisationen und erzählt auch an amerikanischen Schulen von seinen Erlebnissen.

… ob er nicht manchmal Hass gegenüber den Deutschen empfindet, antwortete Herr Kester, dass er die Nazis nur hassen konnte, da sie schließlich seine Familie und Freunde getötet hatten. Er aber nicht alle Deutschen gehasst hat. Auf seiner ersten Reise in Deutschland nach dem Zeiten Weltkrieg hat er sich sehr fremd gefühlt, weil er nie wusste, was die Menschen, denen er begegnete, getan hatten. Herr Kester betonte, dass die jungen Deutschen nicht schuldig seien für das, was ihre Großeltern getan hätten, sie seien es aber schuldig, ihre Geschichte zu kennen und dem Grundgesetz zu folgen: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

… ob es ihm schwerfalle, seine eigene Geschichte zu erzählen, antwortete Herr Kester, mit nein. Er meinte, er empfinde es als seine Verpflichtung, seine Geschichte zu erzählen.

… ob er Wiesbaden als sein zu Hause betrachten würde, antwortete Herr Kester, dass Wiesbaden seit 1939 nicht mehr sein zu Hause sei. Während er bei seinem ersten Besuch nach dem Krieg Wiesbaden als tote Stadt wahrgenommen hat, empfindet er sie heute als eine lebendige Stadt, in der er gerne seine Geschichte erzählt.

… welchen Sport er ausübt, antwortete Herr Kester, dass er in seiner Jugend geturnt habe, geschwommen ist und Leichtathletik gemacht habe. Auch heute macht er noch regelmäßig Gymnastik, fährt auf seinen Heimtrainern Fahrrad und macht Jogging. Bis zu seinem 80sten Lebensjahr ist er noch Ski gefahren – dies hat er dann aus Gründen der Vernunft aufgehört.

… wo er die Unterschiede zwischen der Gutenbergschule früher und heute sieht, antwortete Herr Kester, dass ein großer Unterschied sei, dass jetzt auch Mädels auf der Schule sind und dies findet er bedeutend angenehmer. Außerdem sei es viel freier an der Schule und es gäbe keinen „Kadavergehorsam“ mehr.

Abschließend sagte Herr Paul Kester, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Freiheit genießen sollen und sich ihrer bewusst sein sollen.

Wir danken Herrn Kester ganz herzlich, dass er sich für uns Zeit genommen hat und uns sehr offen und sehr beeindruckend bei hohen sommerlichen Temperaturen zwei Schulstunden lebendig von seinen Erlebnissen als verfolgtes jüdisches Kind erzählt hat.

Ebenso möchten wir Frau Inge Neumann, ehemalige Lehrerin der GBS und Mitarbeiterin des Museums Spiegelgasse danken, dass sie den Kontakt zu Herrn Kester hergestellt hat und wir somit die Gelegenheit hatten, Herrn Kester zuhören zu können.

Wir waren alle sehr gerührt von der Begegnung mit Herrn Kester.

(Autorin: B. Boczki)

Anmeldung zur Sprachreise nach Poole 2020

Wie auf der Informationsveranstaltung vom 16. Oktober 2019 angekündigt, können das Anmeldeformular sowie die Konditionen der Fahrt nun heruntergeladen werden. Zusätzlich stelle ich die Einverständniserklärung der Sprachschule (Parental Consent Form) online, die bitte ausgefüllt zusammen mit dem Anmeldeformular abgegeben werden soll.

Anmelden können sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und der E-Phase. Die Anmeldung soll persönlich bei mir abgegeben werden und zwar bis spätestens Freitag, den 01. November 2019.
(Ich bin vor dem Unterricht und in den Pausen im Lehrerzimmer erreichbar. Falls doch einmal nicht, bitte in mein Fach legen lassen, dieses wird regelmäßig von mir kontrolliert.)

Schülerinnen und Schüler der E-Phase, die sich zurzeit im Praktikum befinden, können mir das Anmeldeformular auch als Scan per E-Mail schicken: andreas.bockholt@msedu.gutenberg-gym.de

Es ist wichtig, dass die Anmeldung gut lesbar und vollständig ausgefüllt wird.
Die weiteren Informationen werden den Teilnehmern dann per Mail zugehen an die Mail-Adresse, die auf dem Anmeldeformular angegeben wird.

Weitere Informationen zur Sprachschule finden Sie unter www.eagleschool.co.uk

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Bockholt
(Koordination Sprachreise)

Anmeldeformular-Poole_2020 INFORMATIONSBLATT_Poole2020 Parental Consent Form

Austauschwoche 8 mit vielen Facetten

In der Woche vor den Herbstferien durften die Teilnehmer des Klassenaustauschs 8 wieder ihre Partner aus Montreux (Schweiz) und Gemmenich (Belgien) in Wiesbaden empfangen. Bei einem bunten Programm lernten sich die Partner kennen. Nach Kennenlernspielen und einer anspruchsvollen Stadtrallye am Montag gingen die insgesamt 7 Gruppen (4 Montreux, 3 Gemmenich) auf Entdeckungstouren in Mainz, Frankfurt oder Rüdesheim. Das Programm war vielfältig: von Minigolf und Schloss Freudenberg über Zoobesuch, künstlerische und historische Museumworkshops (Museum Wiesbaden und Anne Frank Begegnungsstätte) bis hin zur Rheintour in und um Rüdesheim, es war (hoffentlich) für jeden etwas dabei.

Die Stimmung war gut und das zeigte sich auch bei der gelungenen Abschlussparty in der Schule. Ein überwältigendes Büffet stärkte die Tänzer, die in der Aula ausgelassen feierten. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Andreas Meier und seine Dj’s Sophie, Adrian, Johannes und Niklas aus der E-Phase!

Dank für Ihr Engagement geht vor allem an die Kollegen, die die Gruppen betreut haben (Frau Herberg, Frau Kugler, Frau Dr. Leinen, Frau Riedel, Herr Grzimek, Herr Nebeling, Herr Ott).

 

Wir freuen uns auf einen spannenden Rückbesuch im März!

Rezension Climate Change Theatre Action Juni 2019

Klimawandel – `Climate Change Theatre Action` an der GBS

Ausgerechnet am Abend des bis dahin heißesten Tages 2019, am Mittwoch den 26. Juni, fand um 19:30 Uhr in der Aula der Gutenbergschule ein außergewöhnlicher Theaterabend statt. Die vier kurzen Theaterstücke in englischer Sprache beschäftigten sich mit den Auswirkungen des Klimawandels. Verfasst wurden diese zum einen von der neuseeländischen Autorin Elspeth Tilley und zum anderen von der kanadischen Aktivistin und Schriftstellerin Chantal Bilodeau. Thematisiert wurden die verschiedenen Aspekte der Folgen der globalen Erderwärmung, wie Wetter-, Versorgungs- und Fluchtprobleme.

Die Stücke entstanden infolge eines weltweiten Aufrufs an internationale Autoren, sich in kurzen Szenen des Themas „Klimawandel“ anzunehmen und die so entstandenen „short plays“ weltweit im Rahmen der internationalen „Climate Theatre Action“ nachspielen zu lassen, die jeweils zeitlich mit den UN-Klimakonferenzen zusammenfallen. Elspeth Tilley und Chantal Bilodeau überließen ihre Stücke der Theater-AG der Gutenbergschule, um Mitstreiter in der Sensibilisierung für die Problematik und für ein wacheres Bewusstsein um die Gefahren des Klimawandels zu erreichen.

Die Schüler, die aus unterschiedlichen Klassen und einer Deutsch-Intensivklasse  bunt zusammengewürfelt waren, konnten ihrem Publikum eine professionelle Aufführung darbieten, die sowohl nachdenklich stimmte, als auch unterhaltsam war.

Im ersten Stück, „Waiting for Go“ 2016 von E. Tilley geschrieben, stehen zwei komisch- schräge Straßenbauarbeiter auf der Bühne, die die Welt von ihren diversen Abhängigkeiten (vom Auto, Plastik und Selbstoptimierungswahn) befreien möchten. Es überzeugten nicht nur die Ironie und intelligenten Dialoge des Stücks, sondern auch die  Darstellerinnen Stella Chilla und Naomi Lässig durch die Interpretation ihrer Rollen und ihre kleinen komischen Tanzeinlagen.

Das zweite Stück, „Flotsam“ (Treibgut) , ein ebenso aktuelles Theaterstück von E. Tilley,  behandelt die Bedrohung der Inselstaaten im Pazifik, deren Lebensraum durch das Schmelzen der Polkappen und den damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels zuerst von den Auswirkungen betroffen war und ist. In dem Stück konfrontiert eine rebellische, klarsichtige Tochter (Darstellerin Milena Sadynov) ihre Mutter (Eline van Gool), eine Richterin, mit ihrer privaten und beruflichen Hilflosigkeit angesichts dieser Auswirkungen.

Das dritte kurze Stück von E. Tilley, „The Penguins“, wurde ebenfalls 2015 schon weltweit an Theatern von Shanghai bis Paris aufgeführt und behandelt das weltweite Artensterben, das auf menschliche Unvernunft zurückzuführen ist. Hier  wird das beschämend  intelligente Verhalten der Pinguine (Lea Chen, Lucie Luckow und Bethel Solomon) konterkariert durch das scheinbar unsinnige Gebaren zweier Forscher (Jannik Däschner und Sophie Metzner).

Das letzte Stück der Vorstellung, „Homo Sapiens“ von Chantal Bilodeau  appelliert, nicht zuletzt durch die Darstellerinnen Sarah Carillo Ambrosius und  Sofia Carillo Ambrosius, überzeugend an die Vernunft der Zuschauer, die aussterbende Menschheit, sich von liebgewordenen  (Konsum-) Gewohnheiten zu verabschieden – so lange noch Zeit ist.

Der Erfolg dieser Aufführungen ermunterte die Theater-AG dazu, sich auch an der nächsten Aktion der „Climate Change Theatre Action 2019“ zu beteiligen, die parallel zur UN-Klimakonferenz (COP25) im Herbst 2019 in Santiago de Chile stattfinden wird.

Wir danken für die Unterstützung in der Vorbereitung und Durchführung von unserem Theater-Projekt ganz besonders:

Frau Peter (Kostüme), Herrn Kobler (Requisite), Julian Rosenthal  (Ton- und Licht-Technik), Lilli Geyer (Photos),

Für die Theater-AG

Heike Scherf und Dagmar Gündisch

 

 

 

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Climate Change Theatre Action 2. Runde

Das  Climate Change Theatre 2019 geht in die zweite Runde

Die Aufführung der Theatergruppe der GBS am 6. November 2019, 10:00 Uhr leitet im Rahmen der internationalen Bewegung ‚Climate Change Theatre Action‘ (siehe: http://www.climatechangetheatreaction.com/event.com/event/heat-trash) eine Reihe von anderen Aktionen an unserer Schule ein, die im Vorfeld der UN-Klimakonferenzen in Santiago de Chile (2.12 -13.12.2109) stattfinden sollen.

  • Die Mensa bietet verstärkt vegane und vegetarische Mahlzeiten
  • Das Kiosk verkauft u.a. regionale und saisonale Äpfel bzw. Apfelsaft.
  • Eine Zero-Waste Aktion soll ein Bewusstsein zur Müllvermeidung schaffen.
  • Der Aufruf „Go to School by bus or bike or simply walk!“, soll dazu anregen, festgefahrene Gewohnheiten zu überdenken.
  • Die Theaterstücke und die sie begleitenden Aktionen stehen unter dem Motto “Trash and Heat”.

 

„Steamy Session in a Singapore Spa“ wurde von Damon Chua verfasst und ist eine schwarze Komödie, die sich mit den Auswirkungen der steigenden Temperaturen im Zeichen des Klimawandels auseinandersetzt.

„Lin and Ash“, ein Stück von Elspeth Tilley, konfrontiert die Zuschauer mit Studentinnen, die angesichts des nicht zu bewältigenden (Plastik-) Mülls zu Klima-Aktivistinnen werden.

Diese beiden Stücke werden am 6. November 2019 an der GBS uraufgeführt in der Hoffnung, das Publikum sowohl zu unterhalten als auch nachdenklich zu stimmen.

Das Logo der Aktionen an der GBS ist Barry Rosenthals Kunstwerk „Green Containers“, von ihm selbst zur Verfügung gestellt. Seine Werke sind  Teil der ständigen Ausstellung des MOMA (New York) und werden  u.a. in der aktuellen September-Ausgabe der „National Geographic“ gewürdigt.

Die „Climate Change Theatre Action 2019“ hat bisher über 300 internationale Mitstreiter aus über 30 Nationen versammelt, die alle in der Zeit bis zum 21. Dezember 2019 mit ihren weltweiten Aktionen und Theater-Aufführungen zu einem kritischen Umdenken in Sachen Umweltschutz aufrufen möchten.

 

Klimafrühstück

Klimafrühstück an der Gutenbergschule

Die POWI-Klasse der Gutenbergschule sammelt Erfahrungen in Sachen Klimaschutz

Am Mittwoch den 4.9.2019 veranstaltete die Verbraucherzentrale Hessen zusammen mit der Klasse Ec ein Klimafrühstück. Die engagierten Schüler der Gutenbergschule behandeln gerade das Thema Klimawandel fächerübergreifend in Englisch bei Frau Scherf und in POWI bei Herrn Dr. Knoll. Da die Schüler auch den Schul-Kiosk betreiben, wollten sie unbedingt herausfinden, inwiefern unsere Ernährung und die Wahl der Lebensmittel beim Einkauf Einfluss auf den Klimawandel haben.

Durch das Klimafrühstück erfuhren die Schüler anhand eines gemeinsamen Frühstücks, wie sich das eigene Ernährungs- und Konsumverhalten auf das Klima auswirkt. Zu diesem Zweck hatten sie regionale Bio-Ware und konventionelle Ware aus fernen Ländern, manche mit und manche ohne Verpackung eingekauft. Einige Lebensmittel waren vegan oder vegetarisch und andere enthielten Fleisch. Sie bereiteten das Frühstück nicht nur gemeinsam vor, sondern erhielten unter professioneller Anleitung von Frau Gärtner (Verbraucherzentrale Wiesbaden)  die wichtigsten Empfehlungen für eine „Klima-gesunde“ Ernährung. Nachdem Frühstück erarbeiteten sie sich Kriterien für ein klimafreundliches Frühstück und diskutierten ihre eigenen Gewohnheiten kritisch.

Den meisten war bekannt, dass das Kühlen, Verarbeiten und Transportieren von Lebensmitteln sich auf den CO2-Fußabdruck jedes einzelnen Konsumenten negativ auswirkt. Dass Essen und Klimaschutz eng zusammenhängen, war den meisten bereits bewusst, aber sie wollten dies auch mit Hilfe von Listen berechnen und die Fakten zusammentragen, um auch anderen ihre Erkenntnis am Mittwoch 6. November 2019 im Rahmen der „Climate Change Theatre Action“ vorstellen zu können.

Die Climate Change Theatre AG der GBS führt  an diesem Tag zwei Stücke unter dem Motto „Heat&Trash“ auf und leitet eine Reihe von anderen Aktionen ein, die im Vorfeld der nächsten UN-Klimakonferenz in Santiago de Chile an unserer Schule stattfinden.

Der Schulkiosk, der von der POWI-Klasse (Ec) betrieben wird, hat sich vorgenommen, die Schulgemeinde mit seinem Angebot von  Pausenäpfeln und Apfelsaft zum Konsum von regionalen und saisonalen Produkten anzuhalten.

Darüber hinaus wird die Mensa unter dem Motto „Go Veggie! Go Vegan!“ an zwei Tagen ausschließlich fleischlose Speisen anbieten. Auf jeden Fall wollen die Schüler auch Müll vermeiden. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel Müll man meist gedankenlos produziert, sollen SuS an drei Tagen den Müll, den sie verursachen, wieder mit nach Hause nehmen.

Außerdem soll das Motto „Take the bus or simply walk to school!“ dazu anregen, öfter auf das Auto im Alltag zu verzichten.

 

Internationale Autoren (Elspeth Tilley und Damon Chua)haben der GBS die Rechte zur Uraufführung ihrer Stücke überlassen und  der Künstler Barry Rosenthal erlaubt die Vervielfältigung einer Fotografie seines Werkes „Green Container“, das als Logo für die anstehenden  Aktionen dient, mit denen an viele bereits stattgefundene Projekte zum Thema Umwelt an unserer Schule angeknüpft wird.